UB BRAUNSCHWEIG
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allegro-Expertentreffen 2009


Kurzbericht von Heinrich Allers

Datum:  12. und 13. November 2009
Ort: 
      UB Braunschweig, Pockelsstr. 13, 38106 Braunschweig
Thema:  V30 / a30 / aOS : allegro Open Source

Beginn:  11:30 am 12.11.
             (um 11 treffen die ICEs ein, länger als 20 Min braucht man
             nicht. Natürlich kann man auch früher kommen.)

Ende:    14:30 am 13.11.

Kostenbeteiligung: diesmal keine. (Immerhin, 30 Jahre...)

Am Abend des 12.11. gibts wieder Gelegenheit zum heißen Disput am Kalten Büffet.
Kollege Lehmann hat Radeberger versprochen, diesem dankenswerten
Beispiel dürfen sich andere gerne anschließen. Erwartet wird es natürlich nicht.

Hinweise zur Anreise u.a. siehe unten.

Die Themen

Die genaue Abfolge des Programms wird erst kurz vor Beginn festgelegt.

A.
Neue Programme kreativ einsetzen und selbst erweitern,
allegro-Datenbanken in eigenen Entwicklungen nutzen.


Es gibt drei Möglichkeiten, neue Funktionen selber zu entwickeln, die auf eine allegro-Datenbank zugreifen, um daraus Daten zu entnehmen oder auch diese zu verändern bzw. neu zu speichern:

1. Web-Anwendungen mit PHP, Perl, Python

a) u.a. mit AJAX-Technik, normalerweise Web-Kataloge,
   aber auch kooperativ im Web organisierte Datenbanken,
             z.B. Vegetationsdatenbank, Wissenschaftsgeschichte
                  (NEU: http://lit.wisstecmed.de/detail.php)

b) Mit dem neuen RIA-Programm a30
   Es wird gezeigt, wie das Programm konstruiert ist, wie man mit
   Adobe Flex/Flash arbeitet und eigene RIAs entwickeln kann.
   Der Quellcode von a30 wird dann freigegeben und ermöglicht einen
   produktiven Einstieg auf hohem Niveau.
   Es wird auch gezeigt, wie a30 Erweiterungen auch ohne eigene
   Flex/Flash-Programmierung ermöglicht, ganz ähnlich wie a99.

2. Konsolprogramme, mit Einsatz des Programms acon
   Auswertungen, Einspeisen von Daten, Offline-Änderungen an einer
   Datenbank, etc. Dem Programm acon werden Aufträge übergeben in
   der Scriptsprache FLEX, die auch für das Windows-System gilt.
   Einblick in den aktuellen Stand von FLEX

3. Eigene Programme in C++ unter Benutzung der Klassenbibliothek
   Lauffähig unter Windows, Linux und Solaris .
   Darauf fußen vor allem a99 und acon, wobei letzteres das Kernstück
   von "avanti" ist.
   Die C++-Quellprogramme sind sicher nur für einen kleinen Kreis
   von Interesse, sollen aber 2010 ebenfalls freigegeben werden.

Die ersten zwei Möglichkeiten sind bereits im Einsatz und ausführlich
dokumentiert, a30 hier:  http://www.allegro-c.de/doku/a30

Die dritte Möglichkeit kommt neu hinzu: Die Kernfunktionen sind als
Module in C++, sog. "Klassen", geschrieben. Änderungen darin sind nur noch
selten nötig, alle Quellcodes sind ausführlich kommentiert. Die Freigabe
dient hauptsächlich dem Zweck, die weitere Entwicklung von von Ort und
Person der Ur-Entwickler unabhängig zu machen und das System
somit prinzipiell zukunftssicher.  

               
B.
Entkopplung des Katalogs von der Arbeitsdatenbank


Es gibt international diverse Open-Source-Projekte, die neue Formen von Online-Katalogen realisieren. Dabei wird nicht auf die eine und einzige Datenbank der Bibliothek suchend zugegriffen, wie es eben bei allegro bisher so ist, sondern es wird eine neue Suchmaschinentechnik konfiguriert, i.d.R. mit Apache Solr (früher Lucene). Man muß dann einen Export der Daten mit MARC machen und diese Daten dem neuen Suchsystem einspeisen. Danach kommt natürlich das Problem mit dem Aktualisieren, besonders wenn man auch die Ausleihe einbeziehen will, denn dies kann das Suchsystem nicht selber, dazu muß dann eine Art Querverbindung zur eigentlichen Datenbank eingerichtet werden. Wir wollen versuchen, mit dieser Methodik und konkret mit dem System VuFind:

http://vufind.org

einige Versuche zu machen und die Ergebnisse dann darzustellen und zu diskutieren. Es gibt bei VuFind sogar, anders als sonst bei Suchmaschinen, Register zum Blättern. Bei der National Library of Australia kann man das sehen:
   http://catalogue.nla.gov.au/    (Funktion "Browse")

Mit a30 und der Flex-Technik hat das nichts zu tun. a30 wird, setzt man so etwas wie VuFind ein, eher für interne Zwecke zum Zuge kommen. Besonders wenn es um Datenbearbeitung geht, weil VuFind dafür keine Funktionen hat. Sein Konzept ist ja eben die Entkopplung der Arbeitsdatenbank vom Nutzerzugang.

C.
Anwenderbeiträge


-- Kollege Berger, der Bemerkungen zu verschiedenen Themen beisteuern
   kann, die er noch spezifizieren wollte, außerdem

-- das Terzett Allers/Lehmann/Wolf mit der umfassenden Unicode-Lösung
   und was daran so alles hängt.

-- Kollegin Panski (Berlin, Kammergericht) berichtet über Erfahrungen mit
   aLF und ORDER in einer großen Spezialbibliothek. (Windows)




Zur Anreise
  http://www.biblio.tu-bs.de/ueberuns/anfahrt.html (mit Plan)
Vom Hbf zur Bibliothek gelangt man am schnellsten mit Bus M19 (auch
419 genannt), der direkt vor dem Hbf am Bussteig A abfährt.
An der Haltestelle Pockelsstr. überquert man den Ring, geht an dem
Backsteinhochhaus vorbei und sieht die Rückseite des Gebäudes
schon vor sich, der Eingang ist am Forumsplatz.
Der Vortragsraum ist im Erdgeschoß ganz hinten links.

Ansonsten alles über Braunschweig hier:
  http://www.braunschweig.de
Hotels:
  http://www.braunschweig.de/kultur_tourismus/uebernachten/index.html
Buchung empfiehlt sich, in derselben Woche ist Internationales Filmfest.

Beachten Sie die große Landesausstellung "Otto IV". Dieser war der
einzige Kaiser aus dem Welfenhause, gekrönt vor 800 Jahren, und liegt im
Braunschweiger Dom begraben, der auch sonst einen Besuch mehr als wert
ist:
  http://www.braunschweig.de/otto/landesausstellung.html

Schloss und Quadriga, weit weniger alt und historisch bedeutsam,

verblassen daneben, machen aber auch was her:

http://www.braunschweig.de/kultur_tourismus/stadtportraet/braunschweiger_ansichten/webcam/webcam.html

http://www.allegro-c.de/bilder/schloss/quad.htm


Kurzbericht von Heinrich Allers

Allegro-C: Expertentreffen am 12./13.11.2009


Die folgenden Kernprogrammpunkte


A. Neue Programme kreativ einsetzen und selbst erweitern,
allegro-Datenbanken in eigenen Entwicklungen nutzen.

B. Entkopplung des Katalogs von der Arbeitsdatenbank

C. Anwenderbeiträge


lockten fast zwei Dutzend Allegro-Experten am späten Vormittag des Donnerstags (12.11.) in den Seminarraum der Universitätsbibliothek Braunschweig; das letzte Treffen dieser Art hatte vor knapp 2 1/2 Jahren stattgefunden.

Zweierlei Jubiläen veranlaßten den Leiter der UB, Dietmar Brandes, dieses Mal persönlich das Treffen der Experten zu eröffnen: seine Worte rankten sich aus Anlaß des nunmehr fast 30 Jahre alten Programms allegro-C und der Tatsache wegen, daß Bernhard Eversberg jüngst doppelt so alt geworden ist:
um Episoden,  Anekdoten und Betrachtungen, die sich um das Programm selbst sowie seinen Chefentwickler drehten, und sorgte dabei für entspannende und teils humorgeladene Momente, die vor Eintritt in das anstrengende Arbeitsprogramm durchaus guttaten.

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Dann war der Chefentwickler selber dran; er versuchte, mit ein paar Folien die Entwicklung von Allegro innerhalb der allgemeinen EDV-Tendenzen der letzten 30 Jahre sowie des Aufkommens des "WorldWideWeb" im besonderen (an dessen 16 Jahren Allegro immerhin bereits 13 Jahre lang teilnimmt) zu skizzieren:

Die Entwicklung ist schwindelerregend und (siehe Folie 2!) angesichts der "unsurmountable opportunities" (der "unüberwindlichen Chancen") liegen Gedanken darüber nahe, wieweit wir uns bereits in der "Komplexitätsfalle" verfangen haben. Man fühlt sich an des Philosophen Günther Anders Grundthese der "Antiquiertheit des Menschen" erinnert, "dass der Mensch mit seinen eigenen Produkten nicht mehr Schritt halten könne, dass er ihrer Perfektion nicht mehr gewachsen sei." (zitiert nach http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208658/default.aspx ). 

Aber das hier angerissene Problem ist alles andere als ein allegro-spezifisches, und drum weiter in der Sache:

Einige weitere Folien beschreiben die Entwicklungsstufen, mit denen Allegro in den 13 Jahren seiner WWW-Orientierung auf die Anforderungen und Möglichkeiten dieser neuen Technik antwortete:

Von zentraler Bedeutung ist die letzte der 5 Folien: die Präsentation des brandneuen Allegro-Produktes "a30" als RIA- und Open-Source-Programm!

Zuvor jedoch noch einige Ausführungen zum Thema "Was sind Rich Internet Applications (RIAs)? Kurze Begriffsklärung und Marktübersicht":

Wer wußte schon, ob Allegro-Anwender(in) oder nicht, was RIAs sind? Nach dieser Darstellung, kondensiert in
sah man klarer. Eine Art Marktübersicht, eine Übersicht über angebotene Technologien, von der ganz besonders Punkt 2 der Übersicht ("Adobe Flex 3, http://www.adobe.com/products/flex ) von Interesse ist, weil Allegros neuestes und im Quellcode als erstes freigegebenes Modul a30 darauf basiert.

Was ist a30? RIA für allegro! Hier die Anwender-Dokumentation mit Herunterladmöglichkeit der Quellcodes und Anwendungs-Skripte:

Das ist der definitive Einstieg in die Entwicklung von allegro-C hin zu einem "Open-Source-Produkt", einer Entwicklung, die im Jahre 2013 abgeschlossen sein soll.

Das Thema "Die Zukunft von allegro-C als Open-Source-Produkt" bildete ohne Zweifel ein starkes Interesse von vielen derer, die zum Expertentreffen nach Braunschweig gekommen waren. Zu diesem Thema "Open Source" trug B. Eversberg zusätzlich folgende Ausführungen bei: "allegro Open Source: Einblick in die Klassenbibliothek":

... geeignet als Einstimmung für den, der zukünftig einmal vorhat, nicht nur das jetzt offene a30-Modul, sondern auch Allegros Kernprogramme (a99.exe/alcarta.exe sowie acon.exe) als "Open-Source- Programme" entgegenzunehmen und auf dem Wege der C++-Programmierung eigenen Vorstellungen anzupassen.

Die Diskussionen machten freilich auch deutlich, daß UB Braunschweig die Quellprogramme nicht mit der Vorstellung offenlegen wird, daß sich gleich Scharen von Entwicklern darauf stürzen werden (eh unwahrscheinlich, da die Liebe und Fähigkeit zur C++-Programmierung in den vergangenen Jahren eher abgenommen hat). Vielmehr bildet die Freigabe vor allem eine vertrauensbildende Maßnahme, um Anwendern die Sicherheit zu geben, daß sie künftig nicht ausschließlich auf eine bestimmte Institution
und bestimmte Entwickler angewiesen sind, ohne die das Kernsystem eine "black box" bleiben müßte.- Mir scheint, daß diese von der UB Brsg. vertetene Sicht durchaus auch geeignet ist, diejenigen Anwender und Entwickler zu beruhigen, die fürchten, mit der Freigabe der Quelltexte sei die Aufgabe und der Verlust jeder festen Allegro-Plattform vorprogrammiert. 

Last not least bleibt jedoch auch wieder einmal festzustellen, daß auch bisher schon - ohne Freigabe des Kernsystems - der ganzen Anlage des Programmsystems allegro-C wegen, ein unglaublich hohes Maß an Offenheit und damit an Freiheit in der Gestaltung der Benutzeroberfläche besteht, unterstützt von vollständiger und ausführlicher Dokumentation.

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Zum Thema "Entkopplung des Katalogs von der Arbeitsdatenbank"

Es gibt international diverse Open-Source-Projekte, die neue Formen von Online-Katalogen realisieren. Dabei wird nicht auf die eine und einzige Datenbank der Bibliothek suchend zugegriffen, wie es auch bei allegro bisher so ist, sondern es wird eine neue Suchmaschinentechnik konfiguriert, i.d.R. mit Apache Solr (früher Lucene).

Man muß dann einen Export der Daten mit MARC machen und diese Daten dem neuen Suchsystem einspeisen. Danach kommt natürlich das Problem mit dem Aktualisieren, besonders wenn man auch die Ausleihe einbeziehen will, denn dies kann das Suchsystem nicht selber, dazu muß dann eine Art Querverbindung zur eigentlichen Datenbank eingerichtet werden.

Mit a30 und der Flex-Technik hat das nichts zu tun. a30 wird, setzt man so etwas wie VuFind ein, eher für interne Zwecke zum Zuge kommen. Besonders wenn es um Datenbearbeitung geht, weil VuFind dafür keine Funktionen hat. Sein Konzept ist ja eben die Entkopplung der Arbeitsdatenbank vom Nutzerzugang.

Als lokale Anwendung stellte B. Eversberg den experimentellen VuFind-OPAC mit Daten aus dem
Bestand der UB Braunschweig (ca. 1.3 Mio.) vor:

Dieser Katalogzugang spiegelt neuere Tendenzen wider, die in einer Trennung von Arbeitsdatenbank und einem  nur der Recherche dienendem Katalog bestehen: Katalogisierung sowie Ausleihoperationen finden auf der Arbeitsdatenbank statt, während die Recherche nur auf einen "Abdruck" dieser Arbeitsdatenbank zugreift.

Der Vorteil eines solchen Verfahrens ist, daß das Rechercheprogramm es dann nicht mit einem speziellen Datenbankformat, sondern mit einem standardisierten (nicht-proprietären) zu tun hat, so daß elaborierte Suchmaschinen-Mechanismen zugreifen können.

Ein Programm, das dies leistet, ist: VuFind:
und läßt sich schlag- und stichwortmäßig so charakterisieren:

VuFind : „New Generation“ OPAC
   Internationale OpenSource-Entwicklung
   Entkopplung der Recherche von der Arbeitsdatenbank,
      d.h. Zielgruppe Endnutzer
   Suchmaschinentechnik (Solr von Apache)
   Zugriff auf allegro für Exemplardaten möglich
   Export aus allegro mit MARC21
   Recherche mit neuen Funktionen („Web 2.0“)
    - Facettierte Suche
    - „soziale“ Komponenten (z.B. „Tags“)
    - Empfehlungen, Ähnlichkeitssuche

Wie im letzten Absatz verkürzt gesagt: einzige Voraussetzung für seine Anwendung ist, daß man ihm seine Katalogdaten im Formar MARC21 zu futtern gibt.- Wie kaum anders zu erwarten: in der Diskussion zeigte sich, daß unsere Vorstellungen von Bandstrukturen von Werken sich (noch) nicht in dem Braunschweiger VuFind-Katalog wiederfinden lassen, daß zumindest an dieser Stelle also noch etwas an der Konfiguration und Anpassung von VuFind getan werden müßte.

Ein Beispiel für die Verwendung von VuFind als Online-Benutzerkatalog bildet der der Nationalbibliothek Australiens:

Es gibt (bei diesem Beispiel gut zu sehen - siehe "Browse")  bei VuFind sogar, anders als sonst bei Suchmaschinen, Register zum Blättern!

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Beiträge von Anwendern oder Entwicklern:

K. Lehmann (Radeberg) stellte seine Lösung für "Allegro chinesisch" (und -Japanisch) vor: UTF-8- Speicherung in der Datenbank, "Charset-bezogene" Formularbearbeitung; Suche mit chines. und japan. Zeichen in Registern und Ausdruck möglich.

A. Wolf (Freiburg i. B.) zeigte seine andersartige Entwicklung: Daten kommen in UTF-8-Kodierung und brauchen nur in allen Zeichensätzen recherchierbar zu sein: das macht er mit Janas.

R. Panski (Berlin) berichtete über die Anwendung von Allegros ORDER (Bestellmodul) und aLF (Ausleihe) im Bereich des Berliner Kammergerichts.
.   
A. Eger (Dresden) skizzierte seine Vorstellungen von einer leicht zu pflegenden Basis von Funktionen für die Nutzung in komplexeren a99-Flex-Anwendungen vor, die einen leichten Austausch von Modulen und nebenwirkungsarme Anwender-Anpassungen ermöglichen: Details hier:

T. Berger (Bonn) skizzierte den zunehmenden Nutzen auch "klassischer"
Verlinkungsmethoden etwa im Hinblick auf die Zugänglichkeit von
Normdaten im DNB-Portal, um dann ausführlicher seine Erfahrungen
mit dem SeeAlso-Protokoll von Jakob Voss darzustellen, sowohl was
die extrem einfache Verlinkung auf die experimentellen Webservices
bei der GBV-Verbundzentrale aus dem eigenen OPAC heraus angeht als
auch die Bereitstellung eigener Services. Die anschließende Diskussion
kam schnell zu dem Schluß, daß ein entsprechender isbn2toc-Service
unerhört nützlich sein könnte, d.h. ein Webservice, der anhand der ISBN
zuverlässig mitteilt, ob bzw. unter welcher Adresse ein gescanntes
Inhaltsverzeichnis abrufbar ist.


Mit besten Grüßen von

Heinrich Allers

allers@t-online.de * http://h-allers.de





[i] zuletzt aktualisiert: 08.04.2011
Email: ub@tu-bs.de