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allegro

Hintergr├╝nde

 

Warum ist das alles so?

Mu├č man wissen, was dahinter steckt?

 

Ist nicht eine Software einfach out, die nicht alle Funktionen intuitiv erfa├čbar und durch wenige Mausklicks erreichbar macht, und f├╝r die man sogar manchmal noch ein Systemhandbuch ben├Âtigt?

 

Man mu├č wohl n├╝chtern feststellen, da├č komplexe Werkzeuge ohne Kenntnisse und ohne Einarbeitung nicht angemessen genutzt werden k├Ânnen. Dies gilt auch f├╝r Windows im Allgemeinen, f├╝r Word und Excel im Besonderen, auch wenn es nicht jedem bewu├čt wird und die Industrie diese Erkenntnis nicht f├Ârdert. Aber das ist hier nicht das Thema.

 

Zuerst eine allgemeine Bemerkung. Bibliotheken sammeln und bewahren das aufgezeichnete Wissen der Welt aus allen Zeiten und Regionen und zu allen Themen und machen es verf├╝gbar. Zu erwarten, das k├Ânne ganz einfach sein oder eine Maschine k├Ânne es fast vollst├Ąndig erledigen, ist naiv. Und wer die M├╝he scheut, sich Kenntnisse anzueignen, wer lieber mit einer Black Box arbeiten will, kann kein m├╝ndiger Anwender werden, sondern wird abh├Ąngig bleiben und die Software (jede Software) nur zu einem Bruchteil nutzen k├Ânnen. Er lebt sogar gef├Ąhrlich, denn ein Minimum an Kenntnissen ├╝ber Daten und Dateien mu├č einfach jeder haben, der einem Computer irgendetwas Wichtiges anvertraut. Was Daten und Dateien eigentlich genau sind, k├Ânnen wir in diesem Text nicht von Grund auf vermitteln! Wer sich da unsicher ist, sollte unbedingt zu einem einschl├Ągigen Lehrbuch greifen, z.B. so etwas wie "PC f├╝r Dummies" (gar kein schlechtes oder albernes Buch ├╝brigens).

 

In diesem Text wird ein Versuch gemacht, die datentechnischen Grundlagen von allegro-C in neuer Weise zu vermitteln. Wer bereits als "Nur-Anwender" mit dem System arbeitet, hat sicher dabei den einen oder anderen Aha-Effekt, aber auch Systemverwalter, die nur mit anderen Datenbanken vertraut sind und  allegro als exotisch empfinden, k├Ânnen hoffentlich profitieren.

Zielgruppe dieses Textes sind ungef├Ąhr alle, denen das Wort "Parametrierung" noch nicht viel sagt. Nicht alles wird "ankommen" oder "h├Ąngen bleiben", aber wer wird das bei solcher Materie erwarten. Auch wenn die Windows-Programme sehr viele Funktionen an der Oberfl├Ąche auf Mausklicks reduzieren, ist ein Wissen um einige Hintergr├╝nde immer noch sinnvoll und n├╝tzlich.

Wer allerdings noch unsicher ist, was denn Daten wirklich sind und aus was Dateien eigentlich bestehen, und was f├╝r Dateien es im allegro-System gibt, f├╝r den gibt es noch eine voraussetzungsarme Einf├╝hrung, die man vorher lesen sollte.


Daten kann man nicht sehen, das ist das Problem.

Sonst w├Ąre es viel leichter, dar├╝ber zu reden.

Aber man sieht sie doch auf dem Bildschirm? Da sieht man nur Leuchtspuren eines kompliziert herumschwirrenden Elektronenstrahls, weiter nichts, hervorgerufen durch den Ablauf von Programmen. Das sind nicht die Daten.

 

Das Bild, das man auf dem Schirm erblickt, das  ist  also nicht die Datenbank. Das Bild wird gezeichnet von einem Programm, das auf die Datenbank zugreift. Das Bild auf dem Windows-Schirm (Programme a99 oder alcarta) sieht ganz anders aus als das DOS-Bild (Programm PRESTO; w├Ąhlen Sie einmal den Men├╝punkt "Datei / DOS-Programm", wenn Sie es noch nie gesehen haben).  Hier ein Beispiel, wie ein Datensatz auf dem dem Katalognutzer erscheinen k├Ânnte:

 

         Schulz, Klaus-Peter:                                    Signatur: RM 31

 

         Kurt Tucholsky in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten / Klaus-Peter Schulz. - 36.-43. Tsd.

            Reinbek : Rowohlt, 1964. - 184 S.

         (Rowohlts Monographien ; 31)

         Pers.Schlagw.: Tucholsky, Kurt

 

Die DOS-Version und die Windows-Version, das sind jedoch nicht zwei verschiedene Datenbanken! Es sind nur zwei verschienene Programme, die auf den Bildschirmen gleichzeitig unterschiedliche Bilder vom selben Objekt (von denselben Daten) erscheinen lassen.

Noch anders gesagt: die Daten sind nicht irgendwie im Programm gespeichert oder damit fest verbunden (auch solche Ansichten hat man schon geh├Ârt!), sie stehen in Dateien, die von den Programmen v├Âllig getrennt sind. Eben deshalb k├Ânnen ja verschiedene Programme gleichzeitig zugreifen. Deshalb kann man auch eine neuere Programmversion einfach ├╝ber die alte kopieren, ohne den Daten zu schaden.

 

Was  ist  nun aber wirklich gespeichert in den Dateien der Datenbank? Im Fall unseres Beispiels sieht das ganz anders aus als das Bild oben:

 

20 Kurt Tucholsky in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

40 Schulz, Klaus-Peter

31p_tucho

71 36.-43. Tsd.

74 Reinbek

75 Rowohlt

76 1964

77 184 S.

85 Rowohlts Monographien ; 31

90 RM 31

 

Das ist einDatensatzim internen "Format". Mehr wurde nicht eingegeben und mehr steht da nicht drin, auch unter Windows nicht. Das ist also nichts weiter als eine Zeichenfolge, die durch einige Nummern unterteilt ist! Diesen Datensatz k├Ânnen Sie in der Demo-Datenbank besichtigen.

    Eine Besonderheit: Im Feld 31p (Personenschlagwort) steht "_tucho". Das ist eine Verkn├╝pfung zu einem Namensstammsatz, in dem der tats├Ąchliche Name steht: "Tucholsky, Kurt". Statt des K├╝rzels "_tucho" k├Ânnte da auch eine Nummer stehen. Unten im Anzeigebild sieht man, wie das Programm diesen Namen automatisch einblenden kann; gespeichert ist er nur im Stammsatz.

    Ein Datensatz ist noch keine Datei, sondern er steckt (bei allegro) zusammen mit vielen anderen Datens├Ątzen in einer Datei - so wie ein Katalogzettel mit vielen anderen in einer Schublade oder ein Formular mit vielen anderen in einem Ordner. Die Schublade oder der Ordner, dasist die Datei. (Im Englischen ist das leichter zu verstehen: das Wort "file" bedeutet sowohl "Datei" wie auch "Ordner", aber auch "Kartei".)

Man sieht vom Datensatz aber eben normalerweise andere Bilder, siehe das Beispiel oben.

Oder man sieht z.B. eine Zeile im Register:

 

   1  kommunale sozialpolitik in vergleichender perspektive

   1  konfliktverarbeitung und staatsstruktur

   1  kontaminationssensibilitaet wasserwirtschaftlich wichtiger grundwasser

   1  kurt tucholsky in selbstzeugnissen und bilddokumenten

   1  laermmesspraxis

   1  landwirtschaft

   1  language of shakespeare

   1  lebenswege von frauen im ancien regime

 

Auch dies machen alles nur die Programme. Diese Bilder sehen sehr viel anders aus als der Datensatz mit den Nummern, deshalb fragt man sich am Anfang doch, wo sie herkommen. Wie "wei├č" das Programm, da├č bei der Nummer 85 ein Serientitel steht? Wie wei├č es, wo dieser in den anderen Bildern hingeh├Ârt, und da├č er in Klammern geh├Ârt - denn z.B. die Klammern stehen gar nicht drin im Datensatz? Wie kommen die Eintragungen in den Registern zustande? Sind diese Einzelheiten alle fest in ins Programm eingebaut? Keineswegs, und das ist jetzt sehr wichtig: Die Programme, ob DOS oder Windows, "wissen" solche Dinge ├╝berhaupt nicht. Die Programme k├Ânnen aber gewisse Vorschriften ausf├╝hren, in denen z.B. steht, da├č die Nummer 85 "Serientitel" bedeutet und da├č dieser im Anschlu├č an die Nummer 77 (die bedeutet "Umfangsangabe") ausgegeben werden mu├č, auf neuer Zeile und in runden Klammern.

 

Wir m├╝ssen daher drei verschiedene Dinge auseinanderhalten:

1.     Die eingegebenen Daten  (Datens├Ątze in Form von Listen mit numerierten Angaben, siehe oben)

2.     Die Programme, die darauf zugreifen und verschiedenste Bilder davon anzeigen: mal mit, mal ohne die Nummern! Auch ein Register ist nur ein Bild, das Teile von Datens├Ątzen zeigt, und nicht die S├Ątze selbst.

3.     Vorschriften, die den Programmen sagen, wie sie das alles machen sollen. Weil sie das von selber nicht k├Ânnen.

 

Die Programme sind also neutral. Mit den nackten Datens├Ątzen allein k├Ânnen die Programme nichts anfangen, sie brauchen die Vorschriften dazu, und jede Datenbank kann ihre eigenen Vorschriften haben. So ist es m├Âglich, da├č mit denselben allegro-Programmen Datenbanken betrieben werden, die ganz verschieden aussehen, bis hin zu Daten mit chinesischen und japanischen Schriftzeichen, obwohl die allegro-Entwickler von diesen Sprachen nichts verstehen.

 

Die Vorschriftensind das wahre Geheimnis des Systems, das wichtigste Konzept von allegro : erst dadurch wird es flexibel.

 

F├╝r Systemleute: hinter oder unter allegro steckt kein relationales Datenbanksystem, sondern es ist ein eigenes, andersartiges Konzept.

Jedes Datenbanksystem verf├╝gt ├╝ber ein System von Vorschriften f├╝r den Umgang mit konkreten Daten, nur werden sie nie "Vorschriften" genannt, auch bei allegro nicht. Man findet die verschiedensten Namen, z.B. "Syntaxtabellen" oder "Skripte" oder "Schablonen" oder "Parameter". Nur nicht "Vorschriften", obwohl das ein genau passendes Wort w├Ąre.

 

Eine allegro-Datenbank braucht mehrere Arten von Vorschriften:

 

1.     F├╝r die Datenstruktur : die Konfiguration, das ist eine Datei vom Typ CFG; darin steht haupts├Ąchlich, welche Felder ein Datensatz haben kann. Die meisten Anwender benutzen die Konfigurationsdatei  A.CFG  (oder $A.CFG). In der Konfiguration steht aber nichts ├╝ber die Register oder ├╝ber die Bildschirmanzeige, das machen andere Vorschriften:

 

Die anderen drei Arten von Vorschriften m├╝ssen nat├╝rlich auf die Konfiguration abgestimmt sein:

 

2.        Datenausgabe: solche Vorschriften hei├čen Exportparameter. Dazu geh├Ârt auch die Bildschirmanzeigevon Datens├Ątzen, wie oben zu sehen. Solche Dateien sind vom Typ .APR, wenn man A.CFG verwendet, vom Typ .BPR, wenn man B.CFG verwendet, usw. Will man eine anders gestaltete Anzeige, mu├č man sich also um die Anzeigeparameter k├╝mmern.

3.     Register: Vorschriften f├╝r den Index hei├čen Indexparameter und stehen in einer Datei vom Typ .API (bzw. .BPI, wenn man B.CFG verwendet, usw.) Darin steht, was f├╝r Register die Datenbank haben soll, welche Datenfelder indexiert werden sollen, und alle Einzelheiten, wie das gemacht werden soll. Will man anders gestaltete Register, mu├č man sich also um die Indexparameter k├╝mmern.

4.     Fremddaten-Umwandlung: F├╝r jedes Fremdformat braucht man eine eigene Vorschrift, die man Importparameter nennt. Das sind Dateien vom Typ .AIM (bzw. .BIM, wenn man B.CFG verwendet, usw.)

 

 

Jetzt schwirrt Ihnen der Kopf?

Das ist doch alles viel zu abstrakt? Dann m├╝ssen wir uns eine Abschweifung leisten. Vielleicht wird es mit einem Denkmodell klarer, das ohne Computer auskommt. Das Modell arbeitet mit besonderen Formularen. Eine leeres Formular sieht so aus:

 

Feld         W  Inhalt

____________ ___ ____________________________

____________ ___ ____________________________

____________ ___ ____________________________

____________ ___ ____________________________

____________ ___ ____________________________

____________ ___ ____________________________

____________ ___ ____________________________

____________ ___ ____________________________

                                               

                               

In die Spalte links tr├Ągt man Feldbezeichnungen ein, in die ganz schmale Spalte kommt eine Wiederholungsziffer, wenn ein Feld mehrfach auftritt, um es von anderen, gleichnamigen Feldern zu unterscheiden. Man beachte: vorgedruckt ist nichts, und zwar damit man die Felder alle ausnutzen kann. Ein Formular mit fest vorgegebenen Feldern h├Ątte in der Praxis immer irgendwelche leeren Felder, weil nicht jedes Datenfeld jedesmal gebraucht wird, viele sogar sehr selten! Ein ausgef├╝lltes Formular sieht so aus: (Mehrfachbelegung kommt hier nur bei "Verf." vor)

 

 

IdNr                 123456   

Titel                Die Geschichte der Shakespeare-Rezeption             

Verf.                Steiger, Klaus-Peter          

Verf.        2       G├╝nther, Alfred    

Ort                  Stuttgart               

Verlag               Kohlhammer         

Jahr                 1987       

Umfang               230 S.     

Serie                Sprache und Literatur ; 123         

ISBN                 3-17-009426-2

Sign.                SH-4321

            

 

F├╝r Systemleute: hier liegt ein ganz gro├čer Unterschied zu relationalen Datenbanken; die haben feste, vorgedruckte Formulare, Tabellen mit vielen Spalten. Abgesehen vom Platzverbrauch hat man dabei immer gro├če Probleme mit Feldl├Ąngen, mit selten belegten Feldern, Mehrfachfeldern, interner Struktur von Feldern u.a., aber auch mit der Indexierung von Feldbestandteilen und Stichw├Ârtern. F├╝r allegro alles kein Thema, denn es ist von Grund auf anders konzipiert.

 

Ein anderes Formular k├Ânnte so aussehen: (hier ist "Schlagwort" dreifach belegt)

 

IdNr.                987654   

Titel                Das Zeitalter der Extreme : Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts        

Original             The age of extremes : The short twentieth century 1914-1991               

Verf.                Hobsbawm, Eric

├ťbers.               Badal, Yvonne 

Ort                  M├╝nchen             

Verlag               Hanser  

Jahr                 1995       

Schlagwort           Zeitgeschichte 20. Jahrhundert          

Schlagwort     2     Kalter Krieg         

Schlagwort     3     Weltgeschichte   

Umfang               783 S.     

Sign.                GE-5678 

 

Man sieht: es k├Ânnen unterschiedliche Felder auftreten, es bleibt aber kein Feld leer, h├Âchstens am unteren Ende; das kostet in der Realit├Ąt keinen Speicherplatz. Die Feldbezeichnungen nennen wir kurz "Kategorien".  Der Ordnung halber m├╝ssen wir uns eine Liste der erlaubten Kategorien aufstellen; ein sehr wichtiges Dokument.

Aber halt! Man merkt sehr schnell: es kostet unn├Âtig Platz, immer die Feldbezeichnungen im Klartext hinzuschreiben, au├čerdem erschwert es die Benutzung durch Personen, die nicht Deutsch k├Ânnen. Eleganter ist es, schlichte Nummern zu verwenden. Dann k├Ânnte das zweite Formular so aussehen, wenn man z.B. 20 f├╝r "Titel", 74 f├╝r "Ort" festlegt usw.:

 

00        987654   

20        Das Zeitalter der Extreme : Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts        

22        The age of extremes : The short twentieth century 1914-1991               

40        Hobsbawm, Eric

47        Badal, Yvonne 

74        M├╝nchen             

75        Hanser  

76        1995       

31        Zeitgeschichte 20. Jahrhundert          

312      Kalter Krieg     

313      Weltgeschichte  

77        783 S.     

90        GE-5678 

 

Man hat nun weniger zu schreiben und braucht weniger Platz, aber keinen Verlust an Pr├Ązision.

In unsere Liste der erlaubten Kategorien schreiben wir die Bedeutung dieser Nummern. Dann braucht man nur die Liste zu ├╝bersetzen, damit anderssprachige Nutzer mit dem Katalog umgehen k├Ânnen.

Dieser Punkt, nebenbei gesagt, st├Â├čt Datenbankleuten immer besonders sauer auf, besonders wenn sie auf XML eingeschworen sind. Es ist aber so, da├č die Nummern, die man erfahrungsgem├Ą├č schnell lernt, eine unschlagbar kurze, effiziente Sprache bilden, mit der sich Katalogisierer viel besser und pr├Ąziser verst├Ąndigen k├Ânnen als mit verbalen Bezeichnungen. Als Programmierer ist man ebenfalls froh, z.B. nur #22 schreiben zu m├╝ssen als jedesmal "UniformTitle" oder sowas.
Die Liste der erlaubten Kategorien enth├Ąlt auch Angaben, welche Nummern mehrfach auftreten d├╝rfen, wie z.B. 40 oder 31, und andere Angaben. Um einen Begriff zu haben, wollen wir die Liste Konfiguration nennen, und sie k├Ânnte ungef├Ąhr so aussehen: (die vollst├Ąndige Liste findet man in der Konfigurationsdatei $A.CFG)

#00 "Identifikationsnummer"

#20 "Titel"M

#30 "Nebentitel"

#22 "Originaltitel (Einheitstitel)"

#31 "Schlagwort"

#40 "Verfasser"M23

#41 "Herausgeber"M2

#47 "├ťbersetzer"

#74 "Erscheinungsort"

#75 "Verlag"

#76 "Erscheinungsjahr"

#77 "Umfangsangabe"

#85 "Serie"▼M2

#90 "Signatur"

M23 bedeutet, es k├Ânnen ein zweites und ein drittes Feld vorkommen und in die Wiederholungsspalte mu├č dann 2 bzw. 3; ein schichtes M hei├čt aber: keine Wiederholung m├Âglich (Wiederholungszeichen dann 2,3,...., A,B,C,...).

Gar keine Angabe mit M hei├čt aber: beliebige Wiederholung m├Âglich (Beispiel ist hier #20)!

Was soll das Zeichen #? Es ist praktisch, die Nummern mit einem besonderen Zeichen zu markieren, damit man es in jedem Zusammenhang sofort erkennt, wenn von diesen Nummern die Rede ist. Meistens wird dazu das Doppelkreuz # benutzt. (Daher kommt es ├╝brigens, da├č das allegro-Logo ein gro├čes Doppelkreuz ist.)

Warum sollte man diese Dinge so penibel genau vorgeben? Dazu kommen wir jetzt.

Wir stellen uns dazu mal vor, wir h├Ątten zwar keinen Computer, aber daf├╝r billiges, flei├čiges, jedoch nicht besonders intelligentes Personal. Der ideale Bibliotheksknecht kann lesen, abschreiben und alphanumerisch sortieren (Zeichen f├╝r Zeichen), braucht aber vom Inhalt der B├╝cher nichts zu verstehen. Er mu├č nur Vorschriften ausf├╝hren k├Ânnen. Diese Vorschriften m├╝ssen einfach deshalb sehr genau sein, damit er nichts falsch machen kann, auch wenn er vom Sinn der Dinge nichts kapiert.

Der Betrieb l├Ąuft dann so: wir schreiben selber die Formulare, aber alles andere sollen die Knechte machen. Sie sollen die Formulare schlicht in der Reihenfolge der Nummern in Ordnern (= Dateien) abheften. Zum Benutzen des Katalogs wollen wir nicht immer in den Raum wandern m├╝ssen, wo dieser steht. Die Knechte sollen uns jedes Mal diejenigen Bl├Ątter heraussuchen und bringen, die von Interesse sind. Was wir daf├╝r nur brauchen, sind gute Register. Im Register sollen die Nummern der Bl├Ątter stehen, so da├č ein Knecht dann diese Seiten holen kann.. Oder noch besser (der Mann ist ja billig): er soll die Bl├Ątter lieber drin lassen (denn sonst k├Ânnte in der Zwischenzeit jemand anders sie nicht finden, und man m├╝├čte sie jedes Mal zur├╝cksortieren) und soll nur diejenigen Einzelheiten abschreiben, die wir dann brauchen.

Wir m├╝ssen f├╝r unsere Knechte also mindestens zwei Vorschriften ausarbeiten: eine f├╝r das Anlegen der Register und eine f├╝r das Aufschreiben der Einzelheiten, die wir jeweils sehen wollen, wenn wir einen Auftrag geben, etwas aus dem Katalog zu holen. Diese Vorschriften k├Ânnen, weil wir das Nummernschema haben, sehr einfach und trotzdem pr├Ązise aussehen, d.h. wir m├╝ssen nicht viele Worte machen. Gen├╝gen w├╝rde eine Liste wie zum Beispiel diese: 

|1="Personennamen"                                  Das bedeutet: Register 1 hat den Titel "Personennamen"

|4="Titel"

|3="Schlagw├Ârter"

|6="Verlage"

#20 "|4"                     das hei├čt: sortiere den Inhalt von #20 ins Register 2

#22 "|4"                                         und den von #22 ebenfalls

#31. "|3"                                                 #31. hei├čt: wenn mehrere #31 vorkommen, alle gleich behandeln

#40. "|1"                                        genauso geht's mit der #40 und Register 1

#47 "|1"

#41. "|1"

#75 "|6"

Statt "Registervorschrift" k├Ânnen wir auch sagen: Indexparameter. Die meisten Anwender nutzen die Index-Parameterdatei CAT.API. Da steht allerdings SEHR viel mehr drin, denn es gibt sehr viele Sonderw├╝nsche f├╝r die Register. Beispielsweise soll bei Titeln der Artikel am Anfang wegfallen! Dazu mu├č in der Vorschrift stehen:

#20 u "|4"          (Das  u  ist der Befehl "Artikel weglassen". Mehr dazu siehe unten.)

 

Und nun zur Vorschrift f├╝r die Titelaufschreibung, oder vornehmer: Anzeigeparameter:

#40 P": "

#20

#41 p" / hrsg. von: "

#47 p" (├╝bers. von:" P")"

#74 C

#75 p" : "

#76 p", "

#77 p". - "

#31 C p"Schlagwort: "

#90 C p"Signatur: "

 

Der Knecht wei├č, wie man diese Vorschrift lesen mu├č: die hier angegebenen Kategorien sollen in dieser Reihenfolge vom Formular abgeschrieben werden, also

#40, #20, #22, ....

Dabei soll er noch ein paar verschl├╝sselte Regeln anwenden: C bedeutet "neue Zeile", p"`:`"  hei├čt, da├č vordas Element die Interpunktionszeichen "`:`" zu setzen sind, und  P")"  bedeutet., es soll eine Klammer dahinter. (Das kleine p soll hei├čen "davor", das gro├če P hei├čt "dahinter"!) 

Dann kommt f├╝r das zweite Beispiel folgendes heraus:

 

Hobsbawm, Eric: Das Zeitalter der Extreme : Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts (├╝bers. von Badal, Yvonne)

M├╝nchen : Hanser, 1995. - 783 S.

Schlagwort: Weltgeschichte 20. Jahrhundert

Signatur: GE-764

 

Solche Vorschriften k├Ânnte sogar ein Gehilfe ausf├╝hren, der ├╝berhaupt nicht richtig lesen, sondern der nur Buchstaben und Ziffern vergleichen und kopieren kann. (Wie z.B. ein Computer.)

 

Solche Vorschriften, das ist ein weiterer ganz gro├čer Vorteil, k├Ânnen leicht ge├Ąndert werden, ohne da├č man die Daten oder die Formulare ├Ąndern mu├č.

 

Warum hat nie eine Bibliothek in dieser Weise gearbeitet? Weil menschliche Arbeitskraft daf├╝r eben doch immer zu teuer und zu langsam war. Mit Computern aber kann man genau so (aber auch kaum anders) arbeiten, denn ihre Leistung ist konkurrenzlos billig. Und Zeichen vergleichen, kopieren und sortieren k├Ânnen sie astronomisch schnell - mit Verst├Ąndnis lesen dagegen ├╝berhaupt nicht. Deshalb sind die h├╝bsch einfach aussehenden Vorschriften in Wirklichkeit noch nicht gen├╝gend genau. Etwa die Vorschrift, die Titel ins Register 4  zu sortieren. Dabei w├╝rde der Titel "Das Zeitalter der Extreme" unter D landen, ziemlich weit weg von Z, wo man ihn gewohnheitsm├Ą├čig suchen w├╝rde. Eine Vorschrift "Artikel ├╝bergehen" kann man f├╝r Knechte ohne h├Âheres Sprachverst├Ąndnis aber nicht formulieren, zumal manchmal ein wie ein Artikel aussehendes Wort gar kein Artikel ist. Hier hilft nur, die Daten von vornherein genauer aufzuschreiben, und zwar den Artikel eindeutig zu kennzeichnen. Wenn man das so macht:  ┬ČDas┬Č Zeitalter der Extreme, dann kann weder ein Knecht noch ein Computer etwas falsch machen, wenn man ihm sagt: was zwischen ┬Č...┬Č eingeschlossen ist, wird nicht mitsortiert! In der Kurzschrift der Parameter sieht das dann so aus (das 'u' ist die Anweisung, die Teile zwischen ┬Č...┬Č  wegzulassen):  

 

#20 e" : " u p"|4" .

 

Hier ist gleich noch eine Vorschrift eingebaut: die Angabe e" : "  bedeutet: Ende der Registerzeile bei  "Spatium Doppelpunkt Spatium". Der Titelzusatz soll also nicht mit ins Register, nur der Haupttitel.

Diese wenigen ├ťberlegungen lassen erahnen, da├č man die Vorschriften f├╝r die Register, aber auch f├╝r die Anzeige, noch stark erweitern mu├č, wenn alle Eventualit├Ąten ber├╝cksichtigt werden sollen. Nicht nur bei allegro, sondern bei jedem System, das mit Bibliotheksdaten hantiert, findet man irgendwo solche Vorschriften; manchmal sind sie sehr verborgen und unzug├Ąnglich, aber es mu├č sie geben. Die Beispiele oben sind formuliert in der sog. Exportsprache des allegro-Systems; diese Sprache gilt nat├╝rlich nur f├╝r allegro.

 

Zum Abschlu├č drei Verst├Ąndnisfragen, die Sie jetzt leicht beantworten k├Ânnen:

Was ist zu tun,

 

  1. wenn man ein neues Datenfeld braucht, an das bisher nicht gedacht worden war?
  2. wenn die Anzeige der Datens├Ątze verbessert werden soll?
  3. wenn man mit den Registern unzufrieden ist?

 

Hier die Antworten:

 

  1. Man mu├č eine neue Nummer daf├╝r finden und diese dann in die Liste eintragen, die in der Konfigurationsdatei steht. Im Normalfall: Datei $A.CFG (die Reihenfolge der Nummern ist nicht wichtig!)
  2. Zu ├Ąndern ist die Anzeige-Parameterdatei, im Normalfall D-1.APR f├╝r DOS, D-WRTF.APR f├╝r Windows
  3. Hierf├╝r mu├č man eingreifen in die Index-Parameterdatei, normalerweise  CAT.API.

Am schnellsten kommt man an diese Dateien heran, wenn man das "Administrator-Men├╝" benutzt: Geben Sie im Schreibfeld ein: h adm, dann erscheint es.


B. Eversberg, 2003-07-11 / 2006-05-15

 

 






[i] zuletzt aktualisiert: 08.04.2011
Email: ub@tu-bs.de

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