
Gefjon - Ein System für die Online-Dokumentenlieferung
Version 1.6
Dierk Höppner
Martin Butkus
Bernhard Eversberg
Inhalt
Endnoten
Als die UB Braunschweig in der 2. Hälfte 1997 begann,
aktiv am subito-Dienst als
Lieferbibliothek teilzunehmen, stieg der Umfang der
Artikelbestellungen dramatisch an. Da dieser Dienst für den Benutzer
kostenpflichtig ist, gehört zu den wesentlichen Aufgaben der bearbeitenden
Abteilung neben der Lieferung von Dokumenten auch die Rechnungsstellung. Von Hand ließ sich dies von einer Person
nicht
mehr in vertretbarer Zeit bewerkstelligen und
zusätzliche Kräfte
konnten nicht eingestellt werden. Benötigt wurde daher
vordringlich ein
System, mit dem sich die Erstellung der Rechnungen weitgehend
automatisieren ließ.
Für die Lieferbibliotheken des subito-Dienstes bestand die
Möglichkeit,
die im Rahmen des subito-Projektes
erstellte DOD-Software einzusetzen. Mit
ihrer Hilfe lassen sich Dokumente scannen, verschicken und Rechnungen
erstellen.
Das DOD-System war in der Anschaffung jedoch teuer und
umständlich zu bedienen, setzte zwingend den Einsatz von Unix und
Oracle sowie einer unüblichen Scansoftware voraus und fügte
sich generell nicht in die bestehende Software-Landschaft ein. Daher
entstand die Idee, ein alternatives System zu entwickeln, das
insbesondere die
Erstellung von Rechnungen erledigt. Das vorliegende Paket ist das
Ergebnis dieser Bemühungen.
Die Nachfolgeentwicklung DOD-II, die ab 2005 verfügbar wurde, weist einige dieser
Schwachstellen bei der Bedienung des Systems nicht mehr auf. Allerdings
bleiben Installation und Betrieb dieser Software weiterhin eine
komplexe Angelegenheit, da Unix- bzw. Linux-Systemkenntnisse ebenso
vonnöten sind wie detailliertes Wissen über die
Administration von Datenbanken. Aus diesem Grunde bietet der Hersteller
für sein Produkt kostenpflichtige Support-Dienstleistungen an,
wobei voraussichtlich sowohl eine Pauschale wie auch "per incident"
Gebühren erhoben werden sollen. Über die Höhe der
Gebühren herrschte 2004 noch keine Klarheit.
Damals wie heute bietet die Braunschweiger Lösung Vorteile, da sie unter
Windows läuft und dem Verwalter keine detaillierten
Systemkenntnisse abverlangt. Die Verwaltung der
Bestellungen wird über das Datenbanksystem allegro realisiert, das in
vielen Bibliotheken bereits für die Katalogisierung von
Buchbeständen eingesetzt wird. Hierdurch ergeben sich
Synergieeffekte, wenn der Administrator mit diesem System bereits
vertraut ist.
Die aktuelle Version 1.6 (Stand: Jan. 2010) ermöglicht die
bequeme Installation aller erforderlichen Software-Komponenten mit
Hilfe eines üblichen Windows-Installationsprogramms. Dabei werden
bei der Installation die notwendigen Daten (z.B. Name und Adresse der
Lieferbibliothek) vom Benutzer erfragt, woraus automatisch eine
lauffähige Grundkonfiguration erstellt wird. Das System ist nach
erfolgter Installation sofort, "out of the box", benutzbar.
Ebenfalls ein Novum ist die im Vergleich zur Vorversion bessere
Integration in Windows XP. Sämtliche Komponenten des Gesamtsystems
laufen jetzt als Systemdienste und können über das
Kontroll-Panel "Dienste" bequem gestartet oder gestoppt werden. Damit
ist das Gefjon-System direkt nach dem Booten des Rechners
verfügbar, kein Benutzer braucht sich erst einzuloggen.
Zusätzlich lassen sich alle Gefjon-Dienste auch über ein
Web-Interface steuern. Für den unbeaufsichtigten Betrieb, etwa in
Server-Räumen, ist dies ein wesentlicher Vorteil.
Ferner kann das System neben der Scansoftware Ariel nun
auch mit vielen weitere am Markt befindlichen Scanprogrammen
zusammenarbeiten. Das Programm sollte nur den Versand von E-Mails
sowie das Multipage-TIFF-Format unterstützt.
An externen Netzdiensten wird dabei lediglich ein Mail-Server (SMTP und
POP3)
benötigt. Dieser wird in aller Regel über das Rechenzentrum
oder den Internet-Provider bereitgestellt. Falls nicht, so kann man etwa den unter Windows lauffähigen Server Firebird einsetzen.
Die Software unterstützt die Bearbeiter bei der Bearbeitung von
Bestellungen und deren Versand. Es sind die Teile implementiert, die zur
Abwicklung der am häufigsten vorkommenden Auftragsarten notwendig
sind.
Dabei stützt sich das System auch auf externe Programme.
Diese Funktionen sind zur Zeit Bestandteil des Systems:
- Empfang und Speicherung von subito-Bestellungen
in einer Datenbank
- Weiterleitung der Bestellungen an den oder die Bearbeiter
für welche Zwecke auch immer
- Bearbeitung der per E-Mail zu versendenden Dokumente:
- Umwandlung der Dokumente in das PDF-Format
- Versand einer Benachrichtigungs-E-Mail und des Dokumentes an
den Kunden
- Anlegen einer Sicherheitskopie in einem geschützten
Bereich eines Webservers
- Quittierung des Vorganges in der Datenbank inklusive der
Berechnung des Preises
- Bearbeitung von Kopien, die per Post verschickt werden sollen:
- Umwandeln der gescannten Dokumente nach PDF für den
Ausdruck
- Ausdrucken auf einem beliebigen Drucker
- Quittierung des Vorganges in der Datenbank inklusive der
Berechnung des Preises
- Funktionen zur Teilnahme an der Zentralregulierung von subito
- Webschnittstelle zur Quittierung von Nicht-E-Mail-Lieferungen,
nicht erledigten Bestellungen u.a.
- Erzeugung und Versand der subito-Statistik
- Erzeugung und Druck von selbstgestalteten Rechnungen für
Bestellungen, die nicht zentral reguliert werden
- Programme, die das Leben des Systemadministrators erleichtern
sollen
- Detaillierte Logging-Funktionen
- Warnung des Systemadministrators beim Auftreten von Fehlern per
E-Mail
- Ermöglichen von Auswertungen und Übersichten von vielerlei Art [ab 2010: mit a99 und a30]
Es gibt in den System aber auch Funktionen, die nur von anderen
Programmen erledigt werden können:
- Scannen. Dafür wird in Braunschweig die Ariel-Software in
der Version 2.2 eingesetzt. Später kam auch die
BookEye-Scansoftware hinzu. In aller Regel ist auch der Einsatz einer
anderen Software möglich, falls sie das Multipage-TIFF-Format und
den Versand von E-Mails unterstützt.
- Faxen. Wegen des relativ geringen Aufkommens an Bestellungen, in
denen Fax als Lieferformat gewünscht wird, ist hierfür
bisher kein besonderes Modul programmiert worden. Die UB Braunschweig
verwendet zum Faxen eine zugekaufte Faxsoftware. Die Quittierung
solcher Bestellungen kann nur über die Webschnittstelle erfolgen.
- Module zur buchhalterischen Verwaltung der Bestellungen. Zwar
können mit der Software Einzel- und Sammelrechnungen erstellt
werden, jedoch muss alles weitere mit einer anderen Software erledigt
werden. Die UB Braunschweig nimmt für das Abwickeln des Zahlungsverkehrs seit langem die Zentralregulierung in Anspruch.
Die Dokumentation besteht aus zwei Teilen:
- Bedienung des Systems
- Systemdokumentation
Das System ist darauf ausgerichtet, für die Mitarbeiter im
Dokumentenlieferdienst in der Benutzung so einfach wie möglich zu
sein.
Daher fällt der erste Teil der Dokumentation entsprechend klein
aus. Der
zweite Teil ist wesentlich umfangreicher, da er nicht nur das System
dokumentiert, sondern auch Zusammenhänge erläutert bis hin zu
Tipps und
Beispielen aus der täglichen Arbeit des Systemverwalters. Trotzdem
soll
nicht der Eindruck entstehen, dass der Systemverwalter nun sehr viel
Arbeit
mit dem System hat. Die Praxis hat gezeigt, dass Gefjon ein stabiles
und genügsames System ist.
Die Distribution findet man unter ftp://ftp.allegro-c.de/pub/gefjon/
zum Download.
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Copyright © 2004 UB Braunschweig
2004-09-09/2009-12-08, Höppner, Butkus, Eversberg
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