Ein
bibliographisches Rahmenkonzept für das digitale Zeitalter
Original:
http://www.loc.gov/marc/transition/news/framework-103111.html
(Dem
Verständnis dienende Zusätze des Übers. in […] )
Die Working Group of the Future on Bibliographic Control schrieb,
als sie Zukunftstechnologien untersucht hatte, daß der Datenträger der
Bibliothekswelt, MARC, “auf 40 Jahre alten Techniken der Datenverarbeitung
beruht und mit den heutigen Programmiermodellen nicht mehr Schritt hält.“ (1)
Die Arbeitsgruppe forderte ein Format, das in der Lage ist, „Daten zu handhaben
und zu unterscheiden, die von Fachpersonal oder automatisiert erstellt wurden
oder auf andere Weise generiert, einschließlich Annotationen (Rezensionen,
Kommentare und Nutzungsdaten)“ (2) Die Gruppe war sich einig, daß MARC der
Bibliothekswelt in der Zeit vor dem Web gute Dienste geleistet hat, daß man
aber nun etwas Neues brauche, um die Empfehlungen umzusetzen, die am Beginn der
Arbeiten formuliert wurden. In diesen Empfehlungen forderte die Gruppe die LC
zum Handeln auf. In der Empfehlung 3.1.1 hieß es:
„Der Einsicht folgend, daß
Z39.2/MARC den anstehenden Aufgaben nicht mehr gewachsen ist, möge LC mit den
Bibliotheken und anderen interessierten Gemeinschaften daran arbeiten, einen
neuen Träger für bibliographische Information zu entwickeln, der mit dem vollen
Umfang der für Bibliotheken relevanten Daten umgehen kann sowie den Austausch
solcher Daten erleichtern, nicht nur innerhalb der Bibliothekswelt, sondern
auch mit verwandten Einrichtungen.“ (3)
Derselbe Ansatz ergab sich aus dem RDA-Test, den die
NAL, die NLM und die LC durchgeführt haben. Unsere 26 Testpartner bemerkten
auch, daß das volle Potential der RDA den Bibliotheken mehr Nutzen stiften
könnte, würde es gelingen, die durch MARC gesetzten Einschränkungen zu
überwinden. Viele der Testpartner hatten wenig Hoffnung, daß der Übergang zu
RDA nennenswerten Gewinn bringen könnte ohne einen Wechsel der [dem Test] zugrundeliegenden MARC-Datenstruktur. Viele
der Tester waren insbesondere besorgt, daß die MARC-Struktur nicht hinreichend
granular sei und z.B. auch nicht fähig zum Umgang mit URLs in einer
Linked-Data-Umgebung.
Nach
diesen deutlichen Feststellungen durch zwei Expertengruppen ist die LC
entschlossen zur Erarbeitung eines neuen bibliographischen Rahmenkonzepts,
zusammen mit Bibliothekaren, Normenexperten und Datenspezialisten, das den
genannten Gemeinschaften in Zukunft bessere Dienste wird leisten können.
Innerhalb der LC haben Angehörige des Network Development and Standards Office
(im Technology Policy directorate) und
der Policy and Standards Division (im Acquisitions and Bibliographic Access
directorate) sich mit Beacher Wiggins (ABA Direktor), Ruth Scovill (Technology Policy Direktorin)
und mir [Deanna Marcum] getroffen, um einen Vorgehensplan zur Entwicklung eines
bibliographischen Rahmenkonzepts für die Zukunft zu erstellen.
Im
Anschluß finden Sie unsere Gedanken zum vor uns liegenden Weg. Wir haben die
Anforderungen für das bibliographische Rahmenkonzept beschrieben, auf der
Grundlage der Empfehlungen der Working
Group on the Future of Bibliographic Control und aus dem Abschlußbericht über
den RDA-Test.
Wir in der LC sind ernsthaft bemüht, die notwendige Finanzierung
zur Unterstützung dieser Initiative zu mobilisiern, und wir haben vor, mit
vielen verschiedenen Partnern zusammenzuarbeiten. Schon in den frühesten
Phasen, so glauben wir, sind zwei Arten von Gruppen nötig: Ein Beirat, der die
Prinzipien und Ideale des bibliographischen Rahmenkonzepts diskutieren und
formulieren wird, und eine technische Arbeitsgruppe, die über das umfassende
Wissen verfügt, das eigentliche Konzept zu erstellen.
Als MARC Ende
der sechziger, Anfang der siebziger Jahre geschaffen wurde, machte die
Bibliothekswelt einen kühnen Schritt, der dazu führte, daß Bibliotheken
bibliographische Daten untereinander austauschen konnten. Dies war eine
außerordentliche Errungenschaft, indem individuelle Bibliotheken Knotenpunkte
in einem viel größeren Netzwerk von Bibliotheksressourcen wurden. Ein positiver
Nebeneffekt ist, daß die Kosten der Katalogisierung erheblich reduziert wurden.
Das neue bibliographische Rahmenkonzept, das wir anstreben, wird die Beteiligung
an dem Ressourcen-Netzwerk verbreitern; Bibliothekare werden ihre Aufgabe viel
besser erfüllen können, ihre Nutzer mit Veröffentlichungen aller Art (aus der
Bibliothek und aus vielen anderen Quellen) zusammenzubringen; und die Kosten
können besser begrenzt werden.
Millionen von bibliographischen Datensätzen in allen Teilen der Welt entstanden
auf der Basis des MARC-Standards. Wir erkennen den Bedarf, MARC während der
Übergangszeit weiter zu unterstützen, und sehr wahrscheinlich auch für weitere
Jahre, je nachdem, wie die Bibliotheken ihre Zeitpläne für den Wechsel
festlegen. Die Summe der Altdaten hält uns aber nicht davon ab, verantwortliche
Schritte für die nächste Generation von Bibliotheken und ihr Personal zu
unternehmen. Die Probleme sind von unseren Partnern gut umschrieben worden. Wir
wenden uns nun an Partner aller Art, mit uns zusammen eine Lösung zu finden,
die Bestand haben kann.
Wir veröffentlichen diesen allgemeinen Plan, um Kommentare von Ihnen zu
erhalten. Bitte lassen Sie uns wissen, was Sie denken. Wir sind dankbar für Ihr
Interesse, und wir wissen Verbesserungsvorschläge zu würdigen. Wir ermutigen
Sie, Ihre Gedanken an die E-Mail-Liste der
Bibliographic Transition zu schreiben:
Alle Ihre Kommentare werden öffentlich zu lesen sein, und in diesem Geist der
Offenheit und Transparenz werden wir fortfahren mit der Entwicklung eines
bibliographischen Rahmenkonzepts für das 21. Jahrhundert.
Wir möchten Sie auch um Vorschläge bitten für Mitglieder des Beirats oder der
technischen Arbeitsgruppe. Im Interesse der Anonymität bitten wir jedoch darum,
diese (Namen und Kontaktdaten) per E-Mail an ndmso@loc.govndmso@loc.gov/ zu senden.
Links zum E-Mail-Listenserver,
Kontaktadressen und anderer offizieller Information sowie weitere Materialien
zur Initiative finden Sie unter
http://www.loc.gov/marc/transition/
Wir
sind höchst erfreut und sehr gespannt über diese Migrationsinitiative, und wir
hoffen, auch Sie.
Deanna Marcum
Associate Librarian for Library Services
Library of Congress
31. Oktober 2011
1 On the Record: Report of the Library of Congress
Working Group on the Future of Bibliographic Control, January 9, 2008,
p.24,
http://www.loc.gov/bibliographic-future/news/lcwg-ontherecord-jan08-final.pdf
2 On the Record, p. 24.
3 On the Record, p. 25.
Library of Congress
Bibliographic Framework
Initiative General Plan
Zentrales
Bemühen der Bibliographic Framework Initiative ist die Entwicklung eines neuen
Mediums zur Erfassung und zum Austausch bibliographischer Daten. Dazu gehört
es, eine Ablösung des MARC-Formats als der allgemeinen „Austauschwährung“ für
bibliographische Daten zu erreichen. Dies war eine der Empfehlungen des 2008
herausgegebenen Berichts der Library of Congress' Working Group on the Future
of Bibliographic Control, On the Record, und wurde in der Fachwelt
einige Jahre diskutiert. Obschon das Format tief verwoben ist mit der
Infrastruktur, verlangen doch die sich rasch wandelnden Technologien und
Beschreibungspraktiken nach einem Wechsel zu einer mehr zeitgemäßen und
zukunftssicheren Umgebung für die Erfassung und den Austausch von Daten. Das Semantische Web und
das verwandte Linked Data Model versprechen interessante Möglichkeiten für
Bibliotheken und andere dem kulturellen Erbe gewidmeten Einrichtungen. (Der Anhang bietet eine kurze Geschichte von
MARC und seinem unglaublichen Erfolg und zu den Versuchen der LC mit
alternativen Datenformaten, woraus die nachfolgend formulierten Anforderungen
viele Anregungen beziehen.)
Anforderungen
an ein neues bibliographisches Rahmenkonzept
Wiewohl
die auf MARC gegründete Infrastruktur sehr ausgedehnt ist und MARC dem
Technologiewandel bisher folgen konnte, ist nun doch eine größere Anstrengung
vonnöten, ein vergleichbares Austauschmedium zu schaffen, das dem aktuellen und
zu erwartenden Datenaustauschbedarf besser gerecht wird. Um sicherzustellen,
daß ein neues Rahmenkonzept die Weiterverwendung wertvoller Daten ermöglicht
und das gängige Modell sowohl weiterentwickelt wie auch, wo nötig, noch länger
unterstützt, sollen die im folgenden formulierten Anforderungen die Grundlage
der Arbeit bilden. Diskussionen mit [Kolleginnen und] Kollegen aus der Fachwelt
haben einiges beigetragen zur Klärung der Anforderungen für den Übergang zu
einem „neuen bibliographischen Rahmenkonzept“. Dieser Begriff zielt auf das
ganze Umfeld des Umgangs mit den Daten, nicht einfach nur auf ein neues Format
als solches.
·
Umfassende
Unterstützung für Erfassungsregeln und Datenmodelle.
Das neue “Umfeld” soll sich nicht explizit auf bestimmte Katalogisierungsregeln
beziehen, damit anerkennend, daß verschiedene Fachgemeinschaften
unterschiedliche Regeln anwenden, unterschiedliche Aspekte in Beschreibungen
einbeziehen wollen und Beschreibungen aus zurückliegenden Epochen, and daß
einige Metadaten gar keinem Regelwerk folgen. Die Unterstützung der RDA (Resource
Description and Access) wird ein entscheidender Punkt bei der Entwicklung der
Datenelemente sein, so aber auch andere weitverbreitete Regeln aus
Bibliothekswesen, Archivwelt und kulturellen Gemeinschaften, als da sind die
Anglo-American Cataloguing Rules, 2nd edition (AACR2) und ihre Vorgänger, DACS
(Describing Archives, a Content Standard), VRA (Visual Resources Association)
Core, CCO (Cataloging Cultural Objects).
·
Vorkehrungen
für Datentypen, die logisch an bibliographische Beschreibungen anknüpfen oder
damit einhergehen,
wie etwa Bestandsdaten, Normdaten, Klassifikationen, Bestandserhaltungsangaben,
technische, rechtliche und archivalische Metadaten. Diesen kann Genüge getan
werden durch Verknüpfung technischer Komponenten in modularer Weise, Erweiterungen
einer Norm, oder mit anderen Techniken.
·
Einbezug von
Textdaten, über URI verknüpfte Daten, und beides zugleich.
Es ist anzuerkennen, daß einige Umgebungen und Systeme existieren werden, die
unterschiedliche Eigenschaften aufweisen hinsichtlich des Austauschs von Daten
und ihrer Verlinkung.
·
Abstimmung
der Empfehlungen für das Austauschformat, das Datenerfassungsmodell und das
Speicherungs- und Verarbeitungssystem.
Die Grenzen zwischen diesen Umgebungen verschwimmen heute, und so wird das
Katalogpersonal künftig nicht so viel vom bibliograpischen Rahmenkonzept zu
sehen bekommen wie heute vom MARC-Format. Die interne Speicherung, die Anzeige
von Austauschdaten und die Bearbeitungsoberfläche werden wohl nicht mehr so
direkt mit dem Austauschformat selbst zusammenhängen wie wir es bis heute
kennen.
·
Berücksichtigung
des Bedarfs aller Größen und Typen von Bibliotheken, von kleinen öffentlichen
bis zu großen akademischen.
Im Bibliothekswesen gibt es keinen überall gleichen Dienstleistungsbedarf der Nutzerschaft,
trotz der zentralen Bedeutung einheitlicher bibliographischer Beschreibungen.
Das MARC-Format wurde zwar zum Schlüsselfaktor in der Entwicklung von Systemen
und Diensten, Bibliotheken gestalten ihre Leistungen aber gezielt mit
Orientierung am Bedarf ihrer Nutzer und ihrer Ausstattung. Das neue
bibliographische Rahmenkonzept wird auch weiterhin einfache Anforderungen
unterstützen müssen und ebenso die gehobenen der großen
Forschungseinrichtungen.
·
MARC
weiter pflegen, bis es nicht mehr gebraucht wird.
Es ist anzuerkennen, daß MARC21-basierte Systeme und Dienste noch für viele
Jahre zur Infrastruktur gehören werden. Die Erwerbungsmittel der Bibliotheken
sind schon äußerst angespannt, daher sind aus Kostengründen größere
Systemumstellungen meist schwer zu realisieren. Weil schon in kürzerer Frist
ein großer Teilbereich des Bibliothekswesens von AACR zu RDA migrieren wird,
muß zunächst ein an RDA adaptiertes MARC verfügbar werden. Daran wird bereits
gearbeitet, zugleich muß man aber sehen, daß RDA sich noch herauskristallisiert
und weitere Änderungen nötig werden können. MARC-Änderungen, die nichts mit RDA
zu tun haben, sollten sich auf ein Minimum beschränken, damit Energie der
Gemeinschaft sich schwerpunktmäßig auf die RDA-Implementierung und auf diese
Initiative konzentrieren kann.
·
Kompatibilität
mit MARC-basierten Daten.
Obwohl ein neues Austauschschema radikal anders aussehen könnte, wird es fähig
sein müssen, die gängigen MARC-Daten abzubilden, weil eine Neukatalogisierung
außerhalb des Möglichen liegt. Idealerweise sollte es eine Option geben, unter
der alle Elemente eines MARC-Satzes erhalten bleiben.
·
Werkzeug
für die Überführung von MARC 21 in die neue bibliographische Umwelt.
Eine entscheidende Anforderung ist Software,
die MARC-Daten in das neue Rahmenkonzept überführt und umgekehrt., wenn irgend
möglich, damit man testen, experimentieren und andere Vorgänge ausführen kann,
die zur Ausgestaltung der neuen Umgebung nötig sind.
Die LC
und ihre MARC-Partner streben einen bewußten Wandel an, der es unserer
Gemeinschaft gestattet, die Zukunft auszugestalten mit einem Unterbau für
unsere reichen bibliographischen Daten, der robuster, offener und besser
erweiterbar ist, und der unseren neuen Katalogisierungsregeln RDA besser
entspricht. Parallel zu diesen Bemühungen wird die Pflege des Standards MARC21
weiterlaufen, während neue Modelle getestet werden. Es wird erwartet, daß neue
Systeme und Dienste sich herausbilden lassen, die den Bibliotheken helfen und
ihnen genauso Kosten ersparen wie es die heutigen Systeme tun. Die Auswirkungen
raschen Wandels aufmerksam beobachtend sollte es möglich sein, das Neue
schrittweise in Systeme und Infrastrukturen einzubringen und Verträglichkeit
mit existierenden Daten sicherzustellen.
Herangehensweise
Das
neue bibliographische Rahmenkonzept wird sich auf die Web-Umgebung
konzentrieren, auf Linked-Data-Grundsätze und -Funktionsweisen, und auf das
Resource Description Framework (RDF) als grundlegendes Datenmodell. Die
Protokolle und Ideen hinter dem Linked-Data-Konzept sind gewissermaßen
natürliche Austauschmechanismen im Web, die sogar außerhalb des
Kulturerbe-Bereichs breite Akzeptanz gefunden haben. Ebenso wird erwartet, daß
die Nutzung von RDF und anderen W3C-Entwicklungen es möglich machen wird, Bibliotheksdaten
und andere für das Kulturerbe relevante Daten so in das Web einzubringen, daß
die Angebote weiten Nutzerkreisen besser zugänglich werden.
Hinsichtlich
des allgemeinen Datenmodells ist zu erkennen, daß Web-Modelle sich gegenwärtig
zu RDF hinwenden. Das ist eine vom W3C empfohlene Methode zur konzeptionellen
Beschreibung oder Modellierung von Information. RDF kann „serialisiert“ oder
„ausgegeben“ werden in unterschiedlichen syntaktischen Formaten, wobei eine
davon XML ist (eXtensible Markup Language). RDF kann in relationalen
Datenbanken genutzt werden, wie sie heute für die meisten Bibliothekskataloge
Verwendung finden, so wie auch MARC21-Daten in den meisten Katalogen stecken.
Sog. „Tripelstores“, das sind speziell zur Speicherung und Abfrage von
RDF-Daten geeignete Datenbanken, sind weit verbreitet und verfügbar und
scheinen der Bibliothekswelt mehr und bessere Möglichkeiten an die Hand geben
zu können, in Zukunft ihre Daten zu speichern und auszuwerten.
Indem
allgemein übliche Austauschtechniken
(das Web und Linked Data) zur Anwendung kommen und weithin akzeptierte
Datenmodelle (RDF), wird der existierende bibliothekstechnische Komplex sich
aus dem gegenwärtigen Nischenmarkt herausbewegen können, hinein in eine besser
verstandene Umgebung, in der heute schon viele Datenerzeuger, Datenmodellierer
und Softwareentwickler zu Hause sind. Es wird erwartet, daß alle diese
Erwägungen, nimmt man sie zusammen, den Bibliotheken größere Einsparungen
bescheren können. Zum Beispiel werden Bibliotheken eine größere Auswahl
technischer Lösungen zur Verfügung haben und sich der Kenntnisse und
Fertigkeiten heutiger und künftiger EDV-Fachkräfte besser bedienen können.
Solche Fachkräfte sind, jetzt oder künftig, eng vertraut mit den heute üblichen
Praktiken der Datenerzeugung, -modellierung und Softwareentwicklung.
Folgende
Aktivitäten sollen in Gang gesetzt werden, aber weitere sind nicht
ausgeschlossen, sofern sie sich im Verlauf dieser Initiative ergeben.
[Diese
Abscchnitte sind eher technisch, es folgen nur die Überschriften]
Mögliche
Interaktions-Szenarien innerhalb der Informationsgemeinschaften entwickeln
…
Domänenspezifische
Ontologien entwickeln zur Beschreibung von Ressourcen und damit in Beziehung
stehender Daten
…
Prototypen
und Referenzimplementierungen organisieren
[Hierunter
wird auch DNB als Partner genannt, ohne weitere Angaben]
…
Eine Schlüsselrolle in diesen Bemühungen kommt der
Zusammenarbeit zu. Eine enge Zusammenarbeit mit den hauptsächlichen
MARC-Partner-Institutionen, nämlich Library and Archives Canada (LAC), der
British Library (BL) und der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) wird förderlich
sein. Foren wie die MARC-Gremien (z.B. das Machine-Readable Bibliographic
Information Committee (MARBI) der American Library Association und das Canadian
Committee on MARC (CCM)) fordern wir zu Stellungnahmen und Zuarbeit auf.
Netzwerke wie OCLC und auch die Software-Hersteller, deren wertvolle und
hochgeschätzte Dienstleistungen um MARC herum errichtet sind, können ihre
Erfahrung beisteuern und Prototypen sowie Referenz-Implementierungen erstellen,
die nicht nur helfen werden, die Durchführbarkeit von einzelnen Lösungen und
testweisen Spezifikationen zu bestimmen, sondern auch, der Gemeinschaft
Beispiel-Installationen zur Verfügung zu stellen. Institutionen, die zur Zeit
allererste RDF-Dienste mit Bibliotheksdaten und anderen Daten aufbauen, sollen
einbezogen werden und können wertvolle Erfahrungen liefern. Beiträge aus der
Metadaten-Gemeinschaft, die sich der Modellierung, Entwicklung und Verfeinerung
der RDA befaßt, werden gleichfalls wichtig sein. Mit dem Fortschreiten der
Initiative sollen weitere aktive Beteiligungen und Prototypen-Entwicklungen
gesucht und einbezogen werden.
Vorläufiger Zeitplan
Die LC wird
nun innerhalb weniger Monate eine Bewilligung beantragen, die diese Initiative
finanzieren soll. Dieses Zweijahres-Projekt wird der LC die Mittel geben, um
Beratungsgruppen (national und international) zu bilden und
Entwicklungsarbeiten sowie prototypische Aktivitäten zu unterstützen. Einige
dieser Arbeiten wurden oben beschrieben: Modelle und Szenarien für das
Zusammenwirken mit der Informationsgemeinschaft entwickeln, aktuelle oder in
Entwicklung befindliche Ontologien auf ihre Eignung prüfen, domänenspezifische
Ontologien entwickeln für die Beschreibung von Ressourcen und zugehörigen
Daten, Prototypen und Referenz-Implementierungen organisieren.
Anhang: Eine kurze Geschichte von MARC21
[Hier
wird kurz die Entwicklung umrissen und der heutige Stand dargestellt, sodann aktuelle
Problemlage und die Initiativen der letzten Jahre, von den MARCXML bis zu den
RDA-Anpassungen und RDF-Versuchen.]
[Übers.: B.Eversberg, und R.Heuvelmann, 2011-11-01/09]