Regeln für die FormalKATALOGISIERung : RFk

 

TEIL 1:     BIBLIOGRAPHISCHE BESCHREIBUNG

 

KAPITEL 14:   VORLAGEN UND BIBLIOGRAPHISCHE DATENSÄTZE

 

Stand: August 2004

Inhalt:

14.0 Anzahl der bibliographischen Datensätze bei verschiedenen Vorlagen
14.1 Gesamtaufnahmen und Stücktitelaufnahmen
14.2 Unterreihen
14.3 Abteilungen mehrteiliger Werke
14.4 Angaben von Unterreihen und Abteilungen
14.5 Fortlaufende Beilagen
14.6 Gesamttitel mehrteiliger Werke
14.7 Untersätze bei mehrteiligen Werken

 

14.0             Anzahl der bibliographischen Datensätze bei verschiedenen Vorlagen

14.0A     Einteilige Vorlagen

14.0A1   Die Vorlage für die Erstellung eines bibliographischen Datensatzes bildet das vorliegende Exemplar der Ausgabe eines Werkes.

14.0A2   Jede Ausgabe eines einteiligen Werkes erhält einen eigenen bibliographischen Datensatz.

               Mehrere Exemplare derselben Ausgabe erhalten einen einzigen bibliographischen Datensatz, auch wenn sie verschiedene Einbandarten haben.

14.0B      Mehrteilige Vorlagen

14.0B1    Bei einem mehrteiligen Werk wird im Allgemeinen für das Gesamtwerk und für jeden Teil jeweils ein eigener bibliographischer Datensatz angelegt.

               Für Gesamtwerke und für Teile mit eigenem Titel (Stücktitel) werden im Allgemeinen Hauptsätze angelegt. Für Teile ohne eigenen Titel sowie für Teile mit eigenen Titeln, für die gemäß 14.1C auf Stücktitelaufnahmen verzichtet wird, werden bei mehrteiligen begrenzten Werken Untersätze angelegt. Für Teile von Zeitungen und Zeitschriften werden im Allgemeinen keine Untersätze angelegt.

14.0B2    Mehrteilige begrenzte Werke, die in verschiedener physischer Form erscheinen, gelten als eigene Gesamtwerke. Liegen jedoch nur einzelne Teile eines mehrteiligen begrenzten Werkes in anderer physischer Form vor, z.B. bei Lückenergänzungen, so gelten sie als Teile eines einzigen Gesamtwerks.

               Mehrteilige begrenzte Werke, die in derselben physischen Form in verschiedenen gezählten Ausgaben (Auflagen) erscheinen, erhalten für jedes Gesamtwerk einen eigenen bibliographischen Datensatz.

14.0B3    Für Fortsetzungswerke, die in verschiedenen Ausgaben (z.B. Auflagen, Nachdrucken) und/oder verschiedenen physischen Formen (Materialarten) erscheinen, wird im Allgemeinen ein einziger bibliographischer Datensatz angelegt. Für elektronische Dokumente auf Datenträgern und für Online-Dokumente werden jedoch jeweils eigene bibliographische Datensätze angelegt.

              

14.1     Gesamtaufnahmen und Stücktitelaufnahmen

14.1A      Allgemeines

14.1A1    Ist die Vorlage Teil eines Gesamtwerkes und hat sie sowohl für das Gesamtwerk als auch für den Teil einen Titel, so wird im Allgemeinen sowohl für das Gesamtwerk als auch für den Teil ein eigener bibliographischer Datensatz angelegt (Gesamtaufnahme, Stücktitelaufnahme).

14.1A2    Ist die Vorlage Teil verschiedener gleichgeordneter Gesamtwerke, so erhält im Allgemeinen der Teil eine Stücktitelaufnahme und jedes Gesamtwerk eine Gesamtaufnahme.

14.1A3    In der Gesamtaufnahme werden zu den Teilen gehörende Angaben Bestandteil der Untersätze (vgl. 14.5). In der Stücktitelaufnahme wird der Gesamttitel Bestandteil der Gesamttitelangabe (vgl. X.6).

 

14.1B      Verzicht auf Gesamtaufnahmen

14.1B1    Auf die Gesamtaufnahme wird verzichtet, wenn

        a)     von einer Bibliothek ein Nachweis aller vorhandenen Stücke unter dem Gesamttitel nicht für erforderlich gehalten wird (z.B. bei Verlegerserien);

               b)    die Teile einer Schriftenreihe im Verhältnis zum Gesamtwerk keine Zählung haben.

 

14.1C      Verzicht auf Stücktitelaufnahmen

14.1C1    Auf die Stücktitelaufnahme wird verzichtet, wenn

      a)     der Titel des Teiles ohne den Titel des Gesamtwerkes keine ausreichende Benennung ergibt (z.B. A-K, L-Z; Von den Anfängen bis 1800, Von 1800 bis zur Gegenwart; Italien, Frankreich usw. als Stücktitel des Gesamtwerks „Kunst der Welt“). Im Zweifelsfall wird die Sachaussage des Stücktitels als ausreichende Benennung betrachtet.

      b)    es sich um den Teil eines mehrteiligen Einzelwerks handelt, es sei denn, dass dieses ein anonymes Werk ist.

      c)     es sich um den Teil einer mehrteiligen Sammlung eines Verfassers handelt, es sei denn, dass der Titel des Gesamtwerks an versteckter Stelle steht. Als nicht versteckte Stellen gelten die Haupttitelseite, die der Haupttitelseite gegenüberliegende Seite und der Umschlag.

      d)    es sich um ein Werk aus Literaturgruppen handelt, die in einer Bibliothek nicht durch Stücktitelaufnahmen erfasst werden sollen.

    e)     es sich um einen Teil einer wissenschaftlichen Zeitschrift handelt, dessen Titel nicht auf einer eigenen Titelseite, und zwar ohne Text (allein oder zusammen mit dem Titel des Gesamtwerkes) genannt ist.

      f)     es sich um einen Titel auf der Umschlagseite eines Zeitschriftenheftes handelt, es sei denn, dass es ein Kongressbericht ist.

 

14.1D     Gesamtwerke in Gesamtwerken

               14.1D1   Ist die Vorlage Teil eines Gesamtwerkes, das wiederum einem Gesamtwerk untergeordnet ist, so erhält im allgemeinen der Teil eine Stücktitelaufnahme, das untergeordnete Gesamtwerk einen bibliographischen Datensatz, der in Bezug auf den Teil Gesamtaufnahme und in Bezug auf das übergeordnete Werk Stücktitelaufnahme ist, und das übergeordnete Gesamtwerk eine Gesamtaufnahme.

               14.1D2   Auf die Erstellung eines eigenen bibliographischen Datensatzes für ein untergeordnetes Gesamtwerk wird jedoch unter Berücksichtigung der Bestimmungen von 14.1B und 14.1C verzichtet.

 

14.2           Unterreihen

14.2A      Unterreihen mit eigener durchlaufender Zählung der Teile

14.2A1    Ist die Vorlage ein fortlaufendes Sammelwerk ohne eigene durchlaufende Zählung der Teile mit Unterreihen mit eigener durchlaufender Zählung der Teile, so erhält das Gesamtwerk mit jeder Unterreihe einen eigenen bibliographischen Datensatz. Die Angabe der Unterreihe wird jeweils Bestandteil der Titel- und Beteiligtenangabe (vgl. 12.1B4 – 12.1B6).

14.2A2    Ist die Vorlage ein fortlaufendes Sammelwerk mit eigener durchlaufender Zählung der Teile und mit Unterreihen mit eigener durchlaufender Zählung der Teile, so erhält das Gesamtwerk mit jeder Unterreihe einen eigenen bibliographischen Datensatz. Die Angabe der Unterreihe wird jeweils Bestandteil der Titel- und Beteiligtenangabe (vgl. 12.1B4 – 12.1B6).

 

14.2B      Unterreihen ohne eigene durchlaufende Zählung der Teile

14.2B1    Ist die Vorlage ein fortlaufendes Sammelwerk mit eigener durchlaufender Zählung der Teile und mit Unterreihen ohne eigene durchlaufende Zählung der Teile, so erhält nur das Gesamtwerk einen eigenen bibliographischen Datensatz. Die Unterreihen werden in den Untersätzen bei den jeweils betreffenden Teilen angegeben (vgl. 14.5B3).

 

 

14.3     Abteilungen mehrteiliger Werke

14.3A             Ist die Vorlage ein mehrteiliges begrenztes Werk mit oder ohne eigene durchlaufende Zählung der Teile mit Abteilungen, so erhält das Gesamtwerk einen einzigen bibliographischen Datensatz. Die Abteilungen werden in den Untersätzen angegeben (vgl. 14.5C).

 

 

14.4     Angaben von Unterreihen und Abteilungen

14.4A      Die Angabe von Unterreihen oder Abteilungen kann in der Vorlage bestehen aus

               a)     Gliederungsbegriffen (Bezeichnungen),

               b)    Ziffern- oder Buchstabenzählungen,

               c)     Titeln,

               d)    Kombinationen der in a) – c) genannten Bestandteile.

               Sie kann ferner bestehen aus

               e)     einer Art Ausgabebezeichnung (z.B.: Ausgabe für die Stadt; Ausgabe für den Kreis. - Ausgabe für Lehrer; Ausgabe für Schüler).

Zusätzlich können weitere, nur die Unterreihe bzw. Abteilung betreffende Angaben wie z.B.

f)           Titelzusätze,

g)         Paralleltitel,

h)         Beteiligtenangaben

genannt sein.

14.4B      Eine Unterreihe oder Abteilung kann als einfache oder hierarchisch gegliederte Unterreihe bzw. Abteilung genannt sein. Jede Gliederungseinheit kann aus den in 14.4A genannten Angaben bestehen.

14.4C      Haben die Teile einer Unterreihe bzw. Abteilung jeweils eigene Titel, so gelten für das Gesamtwerk und die Teile die Bestimmungen von 14.1.

 

 

14.5     Fortlaufende Beilagen

14.5A      Ist die Vorlage eine fortlaufende Beilage ohne eigenen Titel für diese, so erhält sie im Allgemeinen einen eigenen bibliographischen Datensatz, wenn sie eine eigene durchlaufende Zählung der Teile hat. Die Bezeichnung der fortlaufenden Beilage wird dann Bestandteil der Titel- und Beteiligtenangabe (vgl. 12.1B4 und 12.1B5).

14.5B      Ist die Vorlage eine fortlaufende Beilage mit eigenem Titel, so erhält sie im Allgemeinen einen eigenen bibliographischen Datensatz, wenn sie eine eigene durchlaufende Zählung der Teile hat. Der Hinweis auf die Zugehörigkeit zum übergeordneten Fortsetzungswerk wird je nach Vorlage als Titelzusatz oder in einer Fußnote gemäß  12.7B7, j angegeben.

14.5C      Eine fortlaufende Beilage bleibt jedoch unberücksichtigt, wenn sie von einer Bibliothek für unwichtig erachtet wird.

14.5D     Die Angabe der Beilage kann in der Vorlage bestehen aus

               a)     der Bezeichnung der Beilage,

               b)    der Bezeichnung der Beilage und dem Titel des Gesamtwerks,

               c)     der Bezeichnung der Beilage und ihrem eigenen Titel.

               Zusätzlich können weitere nur die Beilage betreffende Angaben genannt sein.

14.5E      Eine fortlaufende Beilage kann als einfache oder hierarchisch gegliederte Beilage genannt sein. Jede Gliederungseinheit kann aus den in 14.3D genannten Angaben bestehen.

14.5F      Haben die Teile einer fortlaufenden Beilage jeweils eigene Titel, so gelten die Bestimmungen von 14.1 sinngemäß.

 

 

14.6     Gesamttitel mehrteiliger Werke

14.6A      Grundlage für den bibliographischen Datensatz. Bei einem mehrteiligen Werk bildet im Allgemeinen der erste bzw. der in der Bibliothek vorhandene früheste Teil die Vorlage für den bibliographischen Datensatz.

14.6B      Titeländerung. Ändert sich in einem mehrteiligen Werk der Gesamttitel, so erhält im Allgemeinen jeder Gesamttitel einen eigenen bibliographischen Datensatz.

               Im Allgemeinen wird eine Änderung eines Haupttitels angenommen, wenn ein an­deres Wort als ein Artikel, eine Präposition oder Konjunktion hinzugefügt, weggelassen oder verändert worden ist, oder wenn die Reihenfolge der ersten fünf Wörter (der ersten sechs Wörter, wenn der Titel mit einem Artikel beginnt) verändert worden ist.

Ein Haupttitel gilt jedoch im Allgemeinen nicht als verändert, wenn:

a)      die Änderung nur in der Darstellungsform eines Wortes oder von Wörtern besteht (z.B. Abkürzung oder Symbol gegenüber der ausgeschriebenen Form; Singular ge­gen­über Plural; eine Schreibweise gegenüber einer anderen);

b)     die Hinzufügung, Weglassung oder Änderung nach den ersten fünf Wörtern auftritt (nach den ersten sechs Wörtern, wenn der Titel mit einem Artikel beginnt) und sie nicht die Bedeutung des Titels verändert oder ein anderes Thema anzeigt;

c)      die einzige Änderung die Hinzufügung oder Weglassung des Namens der veröffent­li­chenden Körperschaft (einschließlich einer grammatischen Verbindung) am Ende des Titels ist;

d)     die einzige Änderung die Hinzufügung, Weglassung oder Änderung der Zeichen­set­zung ist.

               Im Zweifelsfall wird eine Änderung des Haupttitels angenommen.

        Zur Verknüpfung der verschiedenen bibliographischen Datensätze vgl. 1.7A4.

        Zu Sucheinstiegen unter nicht berücksichtigten Gesamttiteln vgl. 21.1H2.

14.6C     Alte Drucke. Hat bei alten Drucken das mehrteilige Werk keine Zählung der Teile und keine Stücktitel, so erhält jeder Teil einen eigenen bibliographischen Datensatz ohne Aufführung des Teils. Wendungen, die das Erscheinen in mehreren Teilen anzeigen, werden als Bestandteil der Titel- und Beteiligtenangabe aufgeführt.

14.6D     Lieferungswerke. Wie mehrteilige begrenzte Werke werden auch Ausgaben von Werken behandelt, die in Lieferungen erscheinen.

       

 

14.7     Untersätze bei mehrteiligen Werken

 

14.7A      Allgemeine Bestimmungen

14.7A1    Untersätze für die Aufführung der Teile. Für Teile ohne eigenen Titel sowie für Teile mit eigenen Titeln, für die gemäß 14.1C auf Stücktitelaufnahmen verzichtet wird, werden bei mehrteiligen begrenzten Werken Untersätze angelegt. Diese bibliographischen Datensätze werden mit dem Hauptsatz des übergeordneten Gesamtwerks verknüpft. Die Untersätze enthalten alle Angaben, die sich nur auf den jeweiligen Teil beziehen. Im Zweifelsfall werden Angaben als zum Gesamtwerk gehörend betrachtet.

14.7A2    Angabe des Teiles. Jeder Untersatz wird eingeleitet durch die Angabe des Teiles, im allgemeinen mit nachfolgendem Punkt, Spatium (. ); wenn die Angabe einer Unterreihe oder Abteilung folgt (vgl. xxx), jedoch mit nachfolgendem Spatium, Doppelpunkt, Spatium ( : ). Es folgen die zum jeweiligen Teil gehörenden Angaben, im allgemeinen in der Form der Vorlage. Für Reihenfolge, Zeichensetzung und Form gelten die Bestimmungen von xxx sinngemäß.

       Zur Zeichensetzung nach der Angabe des Teiles, wenn zu Beginn einer Gruppe nicht deren erster Bestandteil anzugeben ist, vgl. xxx; wenn ein Erscheinungsjahr unmittelbar nach einer Zählung des Teiles und/oder einem Berichtsjahr anzugeben ist, vgl. xxx.

14.7A3   Titelzusätze. In Untersätzen wird auf die Angabe von Titelzusätzen im allgemeinen verzichtet. Sie werden jedoch übernommen, wenn sie eine wesentliche Sachaussage enthalten oder für das Verständnis von Bedeutung sind.

14.7A4   Beteiligtenangaben. Bei mehrteiligen begrenzten Sammlungen wird bei jedem Teil der besonders hervorgehobene bzw. zuerst genannte Verfasser, der in Verbindung mit den Angaben zum Teil genannt ist, angegeben, auch wenn unter ihm kein Sucheinstieg angelegt wird.

14.7A5   Ausgabebezeichnungen. Ausgabebezeichnungen werden als zum Gesamtwerk gehörend behandelt.

14.7A6   Unselbständige Werke. In Untersätzen kann auf die Angabe von unselbständigen Werken verzichtet werden.

 

14.7B      Untersätze bei Fortsetzungswerken mit Unterreihen

14.7B1    Bei Fortsetzungswerken ohne eigene durchlaufende Zählungen der Teile mit Unterreihen mit eigenen durchlaufenden Zählungen der Teile gelten die Bestimmungen von 14.5A.

14.7B2    Bei Fortsetzungswerken mit eigenen durchlaufenden Zählungen der Teile und mit Unterreihen mit eigenen durchlaufenden Zählungen der Teile, die gemäß 14.2A2 mit jeder Unterreihe einen eigenen bibliographischen Hauptsatz erhalten, wird im Untersatz nach der Zählung des Teiles der Unterreihe die Angabe des Teiles des Gesamtwerkes als zweite, parallellaufende Zählung (vgl. 14.5D8) mit dem Zusatz "[des Gesamtw.]" angegeben.

       1 = H. 5 [des Gesamtw.]. ...

14.7B3    Bei Fortsetzungswerken mit eigenen durchlaufenden Zählungen der Teile und mit Unterreihen ohne eigene durchlaufende Zählungen der Teile, die gemäß 14.2B1 nur einen einzigen bibliographischen Hauptsatz für das Gesamtwerk erhalten, werden die Unterreihen nach der Angabe des Teiles nach Spatium, Doppelpunkt, Spatium angegeben. Es folgen nach Punkt, Spatium die weiteren zum jeweiligen Teil gehörenden Angaben.

       18 : Reihe Patristik. ...

Besteht die Angabe der Unterreihe aus einer Ziffern- oder Buchstabenzählung und einer sachlichen Benennung, so folgt letztere nach Komma, Spatium.

18 : Reihe A, Patristik

 

14.7C      Untersätze bei Abteilungen mehrteiliger Werke

14.7C1    Erhält ein mehrteiliges begrenztes Werk mit eigener durchlaufender Zählung der Teile und mit Abteilungen gemäß 14.3A nur einen einzigen bibliographischen Hauptsatz für das Gesamtwerk, so werden die Abteilungen nach der Angabe des Teiles nach Spatium, Doppelpunkt, Spatium angegeben. Es folgen nach Punkt, Spatium die weiteren zum jeweiligen Teil gehörenden Angaben.

       7 : Abteilung Chemie. ...

         Besteht die Angabe der Abteilung aus einer Ziffern- oder Buchstabenzählung und einer sachlichen Benennung, so folgt letztere nach Komma, Spatium. Hat die Abteilung eine eigene durchlaufende Zählung, so folgt diese nach Spatium, Semikolon, Spatium.

               7 : A, Chemie ; 2. ...

14.7C2    Bei mehrteiligen begrenzten Werken ohne eigene durchlaufende Zählungen der Teile wird die Abteilung als erste Gliederungsstufe mit allen dazugehörenden Angaben aufgeführt. Es folgen die Angaben der nächsten Gliederungsstufen bis zur untersten Gliederungsstufe.

"Abteilung", "Reihe" usw. in Verbindung mit einer Ziffern- oder Buchstabenzählung werden wie Bezeichnungen der Teile behandelt.

       Auf die Aufführung paralleler Angaben zu Abteilungen kann verzichtet werden.

       Abteilung Chemie. Bd. 1 ...

       Abt. 1, Chemie. Bd. 1. ...

 

14.7D     Angabe des Teiles

14.7D1   Die Angabe des Teiles besteht im allgemeinen aus der Bezeichnung des Teiles und der Zählung des Teiles (Band 1, Band 2 usw.).

14.7D2   Besteht die Angabe des Teiles der Vorlage aus einer formalen Bezeichnung des Teiles (z.B. Band, Heft, Volume) und der Zählung des Teiles, so wird auf die Angabe der Bezeichnung des Teiles im allgemeinen verzichtet. Bei parallellaufenden Zählungen wird sie jedoch für die zweite Zählung angegeben.

Bei mehrteiligen begrenzten Werken, die mehrstufig gegliedert sind, sowie bei Fortsetzungswerken mit übergeordneten Angaben der Teile wie z.B. "Neue Folge", "Dritte Folge" und dgl. wird die Bezeichnung des Teiles ebenfalls übernommen.

Sind die Teile durch verschiedene Bezeichnungen unterschieden, werden diese Bezeichnungen übernommen (Text, Atlas; Textband 1, Textband 2, Bildband usw.).

              Zur Bezeichnung des Teiles bei Lieferungswerken und Loseblattausgaben vgl. 14.5F1 und 14.5G1.

14.7D3   Ist das Hauptwerk nicht bezeichnet, sondern nur der folgende Teil, so wird als Angabe des Teiles für das Hauptwerk, unabhängig von der Bezeichnung des folgenden Teiles, "Hauptteil" verwendet, z.B.: [Hauptteil], Erg.-Bd.; [Hauptteil], Suppl. 1, Suppl. 2 und dgl.

14.7D4   Eine in der Vorlage fehlende Angabe eines Teiles wird nachträglich ergänzt, wenn sie in einem anderen Teil des Werkes genannt ist oder aus ihm erschlossen werden kann.

14.7D5   Die Bezeichnung des Teiles wird vor der Zählung des Teiles angegeben, unabhängig von der Reihenfolge der Vorlage.

14.7D6   Die Bezeichnung des Teiles wird in Form und Orthographie der Vorlage, jedoch mit großem Anfangsbuchstaben und abgekürzt angegeben (vgl. Anlage 4). Eine fehlende Bezeichnung des Teiles wird nur von anderen Teilen derselben Ausgabe übernommen.

14.7D7   Die Zählung des Teiles (auch Sternchenzählung) wird im allgemeinen in arabischen Ziffern angegeben. Buchstabenzählungen werden jedoch übernommen. Anstelle aufeinanderfolgender Ziffern für verschiedene Teile können die erste und die letzte Ziffer angegeben werden, durch Spatium, Bis-Strich, Spatium verbunden (z.B.: Bd. 1 - 2; Vol. 1 - 4). Sind mehrere in ununterbrochener Ziffernfolge gezählte Teile in einer bibliographischen Einheit vereinigt, so werden die erste und letzte Ziffer durch Schrägstrich verbunden (z.B.: Bd. 1/2).

Über- und untergeordnete Angaben der Teile werden durch Komma (Zählung ohne Bezeichnung des Teiles) bzw. Komma, Spatium (Bezeichnung des Teiles mit und ohne Zählung) getrennt.

14.7D8   Parallellaufende Zählungen werden durch Spatium, Gleichheitszeichen, Spatium ( = ) verbunden. Die Reihenfolge richtet sich im allgemeinen nach der Vorlage.

14.7D9   Gehört zu einer Zählung des Teiles eine Jahreszählung (z.B. ein Berichtsjahr), so wird letztere nach Punkt, Spatium (. ) angeschlossen.

               Geht eine Jahreszählung über mehrere Jahre, so werden die erste und letzte Jahreszahl der Zählung durch Schrägstrich verbunden; die letzte Jahreszahl wird dabei bei gleichbleibendem Jahrhundert zweistellig angegeben.

14.7D10 Ein Erscheinungsjahr, das in der Aufführung der Teile unmittelbar nach einer Zählung des Teiles und/oder einem Berichtsjahr anzugeben ist, wird nach einem Spatium in runden Klammern angegeben.

Ist das Erscheinungsjahr mit einem Berichtsjahr identisch, so wird auf die Angabe des Erscheinungsjahres verzichtet.

Bei zusammenfassenden Angaben der Teile werden die anzugebenden Erscheinungsjahre jeweils nach den betreffenden Zählungen der Teile in runden Klammern aufgeführt.

Beispiele

Vorlage

Wiedergabe

1. Band

1

Heft 3

3

Volume 7

7

Volume 65, Number 3

Fortlaufendes Sammelwerk

65,3

Band 148

(13. Jahrgang, Heft 4)

148 = Jg. 13, H. 4

Zweiter Band, dritter Theil

Begrenztes Werk

Bd. 2, Theil 3

Neue Folge

Band 3

N.F., Bd. 3

Third Series

Volume Five

Ser. 3, Vol.5

Teil I

Halbband 2

Text

Teil 1, Halbbd. 2, Text

*

1

**

2

Der eine Theil

1

Der ander Theil

2

Band 2, Hunde

Teil 3, Pudel

2 = Zwergpudel

Begrenztes Werk

Bd. 2. Hunde, Teil 3. Pudel, 2. Zwergpudel

XVII (XXXI) No. 2

Die untergeordnete Zählung gehört zu jeder der beiden Parallelzählungen

17,2 = 31, No. 2

1970 Heft 2 (110)

1970,2 = 110

Jahrgang 1968

erschienen 1968

1968

Jahrgang 10 für 1968

erschienen 1968

10. 1968

Jahrgang 10 für 1968

erschienen 1970

10. 1968 (1970)

Band 1

erschienen 1975

1 (1975)

 

14.7E      Untersätze für mehrteilige Werke, die einem Gesamtwerk untergeordnet sind

14.7E1    Sind die Teile eines untergeordneten mehrteiligen Werkes jeweils noch innerhalb eines übergeordneten Gesamtwerkes eigens gezählt, so wird diese Zählung im allgemeinen am Schluss des jeweils betreffenden Untersatzes in runden Klammern angegeben. Der Gesamttitel wird durch drei Punkte angedeutet.

               1. Aufgaben zur elementaren Funktionentheorie. - 1965. - 135 S. - (... ; 877)

               2. Aufgaben zur höheren Funktionentheorie. - 1971. - 151 S. - (... ; 878)

 

14.7E2    Ist das mehrteilige Werk Teil mehrerer übergeordneter Gesamtwerke, so werden die Gesamttitel, soweit sie eine jeweils eigene Zählung für die Teile haben, durch ihre ersten Wörter und drei Punkte angedeutet.

               7. Kolibris. - 1960. - 90 S. : zahlr. Ill. - (Sammlung ... ; 95) (Berliner ... ; 9)

14.7E3    Zur Gesamttitelangabe vor der Aufführung der Teile vgl. 1.6G2.

 

14.7F      Untersätze für Lieferungswerke

14.7F1    Bei nicht abgeschlossenen einbändigen Lieferungswerken wird nur die erste bzw. erste vorhandene Lieferung mit Erscheinungsjahr und Bis-Strich aufgeführt.

Bei der Aufführung wird die für die Lieferung vorliegende Bezeichnung des Teiles oder, wenn eine solche fehlt, die Bezeichnung "[Lfg.]" verwendet.

Bei Vorliegen sämtlicher Lieferungen wird diese vorläufige Aufnahme durch eine Aufnahme des vollständigen Werkes ersetzt.

       Auf den Erscheinungsbeginn kann in einer Fußnote hingewiesen werden.

14.7F2    Sind bei nicht abgeschlossenen mehrteiligen Lieferungswerken die Lieferungen für jeden Teil eigens gezählt, so wird die erste bzw. erste vorhandene Lieferung jedes Teiles mit Erscheinungsjahr und Bis-Strich aufgeführt. Sind die Lieferungen durchlaufend gezählt, so wird nur die erste bzw. erste vorhandene Lieferung aufgeführt.

Liegen sämtliche Lieferungen eines Teiles vor, so wird dieser Teil aufgeführt. Diese Aufführung ersetzt gegebenenfalls die vorläufige Aufführung des Teiles.

 

14.7G     Untersätze für Loseblattausgaben

14.7G1   Bei Loseblattausgaben werden das Grundwerk, soweit vorhanden, sowie die erste (Ergänzungs-)Lieferung mit Erscheinungsjahr und Bis-Strich aufgeführt.

Bei der Aufführung werden die vorliegenden Bezeichnungen der Teile oder, wenn solche fehlen, die Bezeichnungen der Teile "[Hauptteil]" bzw. "[Lfg.]" bzw. "[Erg.-Lfg.]" verwendet.

       Zur Angabe der Einstellung des Erscheinens vgl. 2.7B9.

 

14.7H     Untersätze mit zusammenfassenden und offenen Angaben für mehrere Teile

14.7H1   Bei mehrteiligen begrenzten Werken mit Zählung der Teile kann anstelle der Untersätze für jeden einzelnen Teil ein einziger Untersatz mit zusammenfassenden oder (bei noch nicht abgeschlossen vorliegenden mehrteiligen Werken) offenen Angaben angelegt werden.

14.7H2   In einem Untersatz mit zusammenfassenden Angaben werden alle oder einige der vorhandenen Teile zusammengefasst. Dabei werden im Allgemeinen die Angabe des Teiles und das Erscheinungsjahr des ersten und die Angabe des Teiles und das Erscheinungsjahr des letzten Teiles, durch Bis-Strich verbunden, aufgeführt.

       Beispiel

       1 (1947) - 3 (1948)

14.7H3   Erhalten einzelne Teile verschiedener physischer Form gemäß 14.0B2 keinen eigenen Untersatz, so werden nur Teile der gleichen physischen Form zusammengefasst. Die betreffende Ausgabebezeichnung wird am Schluss angegeben.

               1 (1932) – 2 (1932). – Micro ed.

                       3 (1932) – 8 (1934)

14.7H4   Ein Untersatz mit offenen Angaben zu den Teilen enthält im Allgemeinen die Angabe des ersten bzw. des ersten vorhandenen Teiles und dessen Erscheinungsjahr mit nachfolgendem Bis-Strich.

       Beispiel

       1 (1947) -

14.7H5   Zusätzlich zu einem Untersatz mit zusammenfassenden Angaben kann ein Untersatz mit offenen Angaben (für weitere folgende Teile) angelegt werden.

Beispiel

1 (1947) - 8 (1957)

9 (1960) -

 

14.7J      Abschlussaufnahmen

14.7J1    Liegt ein mehrteiliges begrenztes Werk abgeschlossen vor oder ist es unvollendet geblieben oder hat ein Fortsetzungswerk sein Erscheinen eingestellt, so wird in einer Fußnote auf den Sachverhalt hingewiesen (vgl. X.7B9).