UB BRAUNSCHWEIG
Symbolfoto
  • Impressum
  • Startseite
  • allegro-C von A-Z
  • Druckversion


Informationen zum Bezug von allegro-C


Alle Teile des Programmsystems allegro-C sind Eigentum des Landes Niedersachsen. Unten finden Sie die offiziellen Bezugs- und Nutzungsbedingungen.

Betr.: allegro-C ab 2016

Sehr geehrte Anwender des Systems allegro-C,
seit 1980 wird an der UB Braunschweig PC-Software entwickelt. Das heute unter dem Namen allegro-C bekannte System ist in einem langen Prozess entstanden:
  • Einerseits erwuchs vieles aus ständigem Dialog mit Anwendern: schon 1981 gab es erste Nachnutzer, und bis heute werden im Mailforum Probleme diskutiert, Lösungen gefunden und Anregungen für Verbesserungen gegeben.
  • Andererseits hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) die Entwicklungsarbeit ab 1991 als "Zusätzliche staatliche Aufgabe" stetig und nachhaltig gefördert.
Von alledem haben viele hundert Anwender bis heute profitiert. Als Initiator und Betreuer des Projekts hat unser Kollege Bernhard Eversberg all die Jahre die Entwicklung gelenkt und einen Großteil der Konzepte und Programme selbst erarbeitet. Zum Jahresende 2015 müssen wir ihn bekanntlich in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Damit steht die Frage im Raum, wie es mit allegro-C weitergehen wird.
Erfreulicherweise wird Herr Eversberg den Anwendern und Supportern weiterhin mit Rat und Tat im Mailforum zur Seite stehen. Darüber hinaus hat er schon seit einiger Zeit Vorbereitungen für diesen Übergang getroffen, und wir wollen Ihnen mit diesem Brief die für Sie wichtigen Punkte aufzeigen.
Bereits im Jahre 2012 wurden die Quellprogramme in C und C++ schrittweise als Open-Source-Paket freigegeben. Dies hat auch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ausdrücklich befürwortet und gefördert. An der Dokumentation und der Strukturierung der Programme wird noch bis zum Jahresende 2015 gearbeitet, um die Übersichtlichkeit und Verständlichkeit der teilweise schon sehr alten Programme zu verbessern.
Mit der Festschreibung der Version 35 zum Jahresende 2015 wird es einen umfassend dokumentierten Leistungsstand geben, der auch auf dem kommenden Betriebssystem Windows 10 eine verlässliche Weiterarbeit gestattet. Um es deutlich zu sagen: niemand braucht zu befürchten, allegro könne vielleicht auf einmal nicht mehr funktionieren, oder es könnten unlösbare Probleme auftauchen! Das gilt ausdrücklich auch für die RDA-Umstellung: Mit V35 können Sie schon die aktuellen, nach dem neuen Regelwerk erstellten Daten sekundenschnell aus der DNB Frankfurt abrufen und in Ihrer Datenbank nutzen.
Selbst wenn nach 2015 keine Entwicklungen mehr in C und C++ stattfinden sollten, obgleich dies mit den offenen Quellprogrammen möglich bleibt, ist mit dem Skriptsystem (d.h. mit der FLEX-Sprache) ein Weg gegeben, neue Funktionen und Leistungen zu programmieren, wie dies auch bereits jetzt ohne Zutun der UB Braunschweig geschieht. Dazu sind keine tiefgehenden Programmierkenntnisse erforderlich, die Flexibilität des Systems bleibt auf diese Weise erhalten und der Funktionsumfang erweiterbar. Auf dieser Ebene wurden auch für die aktuelle Version noch Verbesserungen des Potentials erarbeitet, ohne an den Kernprogrammen etwas ändern zu müssen.
Als wichtiges Element der Infrastruktur für Anwender und Entwickler wird die UB Braunschweig weiterhin den Web-Server betreiben, auf dem auch das Mailforum läuft sowie die Systeme für FTP und SVN. Der Austausch von Information und die kollegiale Hilfestellung können somit in gewohnter Weise weiterlaufen.
Im Unterschied zu den kostenfrei bereitgestellten Quellprogrammen konnten wir das "Gesamtpaket" der ausführbaren Programme mit allen nötigen Zutaten bisher nicht ohne Entgelt zur Verfügung stellen, weil wir zur Finanzierung der Entwicklung auch einen Eigenanteil erwirtschaften mussten.
Die abschließende, festgeschriebene V35 wird dagegen allen Anwendern ohne weitere Zusatzkosten zur Verfügung stehen. Damit wird sichergestellt, dass alle mit dem Gesamtpaket V35 noch etliche Jahre im gewohnten Umfang werden weiterarbeiten können – so wie schon seit langem viele Anwender mit Versionen arbeiten, die seit 10 und mehr Jahren nicht erneuert wurden. Wir empfehlen Ihnen, solche alten Installationen zu aktualisieren, um beim Wechsel auf neue Windows-PCs problemlos weiterarbeiten zu können.
Auch falls es kein Gesamtpaket V36 geben wird, bleibt das Erneuern und Aktualisieren einzelner Programme und Dateien, wie etwa der Umwandlungs- oder Indexparameter oder der FLEX-Skripte und Hilfetexte jederzeit problemlos möglich. Die Funktion und die Vorkehrungen dafür sind schon vorhanden, Kompetenz aus der UB Braunschweig wird dazu nicht benötigt. Auch neue strukturelle Anforderungen werden auf dieser Ebene umgesetzt werden können.
Die letzte größere Komponente der Entwicklung ist eine inzwischen fertiggestellte VuFind-Implementierung auf der Basis von VuFind 2.3. Darin können übrigens auch andere Ressourcen eingebunden werden, wie etwa der "findex" des GBV. Somit haben Anwender die Möglichkeit, ihren OPAC in der Form eines modernen "Discovery Systems" anzubieten (statt des Windows-OPACs "alcarta"), für die interne Arbeit aber bei der gewohnten und bewährten Oberfläche a99 zu bleiben, die ja auch schon jetzt ein sehr bequemes und schnelles Abrufen von Datensätzen aus DNB und GBV gestattet.
Neben dem Windows-Programm a99 wird auch die neue, rein browserbasierte Web-Oberfläche a35 in vielen Fällen eingesetzt werden können, wie es hier und da schon jetzt geschieht. Auch diese Oberfläche ist mit FLEX modifizierbar und ausbaufähig, also ohne Programmierung in C und C++. Hier hat es in den letzten Monaten noch Erweiterungen gegeben.
Uns ist bekannt, dass schon viele Anwender zu anderen Systemen "migriert" sind, meistens im Zusammenhang mit einem Verbundbeitritt. Zugleich bleiben viele aber noch immer auf ein kostengünstiges, eigenes Lokalsystem angewiesen. Ein solches wird allegro-C sicher noch etliche Jahre bleiben, bis die entstehende, von der DFG angestoßene CIB (Cloud-basierte Infrastruktur für Bibliotheken) zu arbeiten beginnt und für Bibliotheken aller Sparten zu hoffentlich günstigen Bedingungen zugänglich wird. Denn absehbar wird die globalisierte, elektronische Medienwelt Realität, und isolierte Lokalsysteme werden dann rapide an Bedeutung verlieren.
Die Version 35 von allegro-C ist daher kein Abbruch einer langwährenden Entwicklung, sondern ein erfolgreicher Abschluss, inmitten von Umbrüchen im Aufgabenspektrum und im Selbstverständnis der Bibliotheken, einem tiefgreifenden Paradigmenwandel also, der weniges unberührt lassen wird von allem Vertrauten und Bewährten. Wir sind jedoch überzeugt, dass die bewährte Software allegro-C in der bevorstehenden Übergangszeit die noch benötigten Dienste sehr gut wird erfüllen können.

gez. Katrin Stump, Direktorin der UB Braunschweig
27.10.2015



[i] zuletzt aktualisiert: 09.02.2016
Email: ub@tu-bs.de